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Mehrere Bundesländer betroffen: Verdi ruft Post-Mitarbeiter zu Streiks auf

Auch bei der Deutschen Post soll wieder gestreikt werden. Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter in mehreren Bundesländern dazu aufgerufen, ihre Arbeit vor der nächsten Tarifrunde niederzulegen.

Verbraucher müssen in mehreren Bundesländern mit Verzögerungen bei der Briefzustellung rechnen. Die Gewerkschaft Verdi rief Mitarbeiter der Deutschen Post in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Warnstreiks auf. In Bayern sollen sich demnach mehr als 200 Betriebsstätten in den "kommenden Tagen" an dem Ausstand beteiligen, die bis kurz vor der nächsten Tarifrunde am Mittwoch in einer Woche andauern könnten.

In Nordrhein-Westfalen rief Verdi mit Beginn der Spätschicht am Dienstagnachmittag zu Warnstreiks in allen 14 Briefverteilzentren der Deutschen Post auf. Rund 1000 Beschäftigte sollten dort ihre Arbeit bis zum frühen Mittwochnachmittag niederlegen. "Wir gehen davon aus, dass am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen nur wenige Briefe zugestellt werden können", erklärte Verdi-Fachbereichsleiter Uwe Speckenwirth.

Post rechnet mit "geringen Auswirkungen"

Ein Post-Sprecher in NRW teilte auf Anfrage dagegen mit, dass der Konzern nur mit "sehr geringen Auswirkungen" des Streiks rechne. Bereits frühere Warnstreiks hätten nicht die von Verdi prognostizierten Auswirkungen gehabt. Die Post sei "gut aufgestellt" und könne den Streik ausgleichen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen legten Verdi zufolge bereits in der Nacht zu Dienstag "weit über 500 Beschäftigte" die Arbeit nieder. "Wir haben den Eindruck, dass mit der zunehmenden Dauer des Tarifkonflikts, die Streikbereitschaft in allen Teilen des Unternehmens wächst", erklärte Verdi-Sprecher Andreas Wiedemann in Magdeburg.

Gegen niedrigere Tarife

In dem Tarifstreit kämpft Verdi gegen die Bildung von 49 Regionalgesellschaften, in denen die Mitarbeiter nach den niedrigeren Tarifregelungen der Speditions- und Logistikbranche bezahlt werden sollen. Außerdem fordert Verdi im Zuge regulärer Lohntarifverhandlungen 5,5 Prozent mehr Gehalt für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten. "Das letzte Angebot der Post AG ist der dreiste Versuch, unsere Kolleginnen und Kollegen über den Tisch zu ziehen", erklärte Speckenwirth. Die Verantwortlichen bei der Post hätten offensichtlich nur die Rendite der Aktionäre im Kopf, aber nicht die Existenzsorgen der Beschäftigten.

lie/AFP / AFP