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Mode, Möbel, Krimskrams: Faszination Discount: Diese Billigketten sind in Deutschland auf dem Vormarsch

In Zeiten des Onlinehandels müssen viele Ladengeschäfte schließen? Nicht so im Discountbereich. Ob Kik, Primark, Poco oder Tedi - Billigketten für Mode, Möbel oder Krimskrams eröffnen 2019 jede Menge neue Filialen.

Tedi

Hauptsache billig: eine Filiale der Krimskrams-Kette Tedi

DPA

Trotz kräftig steigender Löhne und Fast-Vollbeschäftigung: Die Verbraucher in Deutschland lieben es billig. Discounter haben zurzeit in der Bundesrepublik Hochkonjunktur und das längst nicht mehr nur bei Lebensmitteln. In immer mehr Branchen vom Modehandel bis zum Muskelaufbau treiben Billiganbieter die etablierte Konkurrenz vor sich mehr. Die Jeans von Primark, die Wohnzimmer-Dekoration von Tedi oder das Training bei McFit sind vielen längst ebenso selbstverständlich wie der Einkauf bei Aldi. 

Für den Handelsexperten Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf ist die allumfassende Schnäppchenbegeisterung der Verbraucher einfach zu erklären. "Die Deutschen haben Discount dank Aldi und Lidl von Kindheit an gelernt", sagt er. Discount stehe in Deutschland dank der beiden Handelsketten für niedrige Preise und akzeptable Qualität. "Das haben die Verbraucher verinnerlicht und das hilft den Discountern auch in anderen Branchen", ist er überzeugt. 

Außerdem treffe der Discount die Gemütslage vieler Bundesbürger. "Wir Deutschen sind schon ein bisschen pragmatisch beim Einkauf. Wenn wir Geld sparen können und die Qualität trotzdem stimmt, greifen wird gerne zu. Der schöne Schein drum herum ist dann nicht so wichtig", glaubt der Marketingexperte. 

Vorreiter in Sachen Discount war der Lebensmittelhandel. Hier entfallen inzwischen über 40 Prozent aller Umsätze auf die Discounter. Doch haben die großen Supermarktketten wie Edeka oder Rewe inzwischen gelernt, der Billigkonkurrenz Paroli zu bieten. Trotz aller Preisscharmützel scheinen die Märkte hier weitgehend verteilt. 

Kik und Takko statt Esprit und Gerry Weber

Ganz anders ist es in den anderen Branchen. Beispiel Mode. Hier haben die Billiganbieter in den vergangenen Jahren ihren Marktanteil kräftig ausgeweitet. "Textildiscounter sind gesellschaftsfähig geworden", stellte kürzlich das Branchen-Fachblatt "Textilwirtschaft" fest. In den vergangenen Jahren hätten die Billiganbieter wie Primark, Kik, Takko oder Zeeman ihre Marktanteil stetig gesteigert. 

Und ein Ende des Wachstums der Textil-Discounter ist wohl nicht in Sicht. Während mittelpreisige Anbieter wie Gerry Weber oder Esprit ihr Filialnetz gerade drastisch verkleinern, will Kik allein im Geschäftsjahr 2019 zusätzlich zu den vorhandenen gut 2600 Geschäften rund 70 neue Filialen in Deutschland eröffnen. Weiße Flecken gebe es vor allem noch im süddeutschen Raum, heißt es im Unternehmen. Konkurrent Takko will fast 50 neue Geschäfte aufmachen. Und auch Primark plant in diesem Jahr die Eröffnung neuer Filialen in Berlin, Bonn, Kiel und Wuppertal. 

Krimskrams-Discounter auf dem Vormarsch

Noch ehrgeiziger sind die Wachstumspläne beim Billiganbieter Tedi, der mit einem manchmal verwirrenden Angebot aus Schreibwaren, Bastelbedarf, Deko-Artikeln und allerlei Krimskrams in immer mehr Einkaufsstraßen auf Kundenfang geht. Tedi plant für das kommende Geschäftsjahr die Eröffnung von bis zu 150 neuen Standorten in Deutschland - durchschnittlich zwei bis drei Filialen pro Woche. "Die größte Herausforderung dabei ist, genügend geeignete Flächen für unser neues Konzept zu finden", betonte eine Firmensprecherin. 

Der niederländische Tedi-Konkurrent Action steigerte im vergangenen Jahr die Zahl seiner Filialen um rund 70 auf derzeit knapp 290 Geschäfte. "Auch in 2019 planen wir in Deutschland mit vergleichbarer Geschwindigkeit wie in den vergangenen Jahren weiter zu expandieren", betonte eine Unternehmenssprecherin. Action sehe noch ein enormes Potenzial auf dem deutschen Markt. 

Billig-Angebote von Fitness bis Möbel

Auch wenn es um ihre Fitness geht, drehen die Bundesbürger den Euro gerne zweimal um. Nach einer Branchenstudie der Unternehmensberatung Deloitte sind gleich fünf der zehn mitgliederstärksten Fitnessketten im Discountsegment positioniert - darunter die ersten drei im Ranking: McFit, Clever fit und FitX. "Insbesondere das Mitgliederwachstum der Discount-Fitnessketten sorgte für weitere Wachstumsimpulse", heißt es in der Studie zum deutschen Fitnessmarkt. "Die Anbieter gewinnen oftmals Mitglieder, die noch nie in einem Fitnessstudio angemeldet waren."

Bei Möbeln funktioniert das Billig-Konzept mit Preisen noch deutlich unter dem Ikea-Niveau offensichtlich ebenfalls nicht schlecht. Der Möbel-Discounter Poco jedenfalls plant im laufenden Jahr weitere Neueröffnungen. "Wir sehen trotz des steigenden Wettbewerbsdrucks gute Perspektiven", betonte das Unternehmen auf Anfrage. 

Mit einem Ende des Billigbooms in absehbarer Zeit ist wohl nicht zu rechnen. In der im vergangenen Jahr vom Bundesumweltministerium herausgegebenen repräsentativen Jugend-Studie "Zukunft? Jugend fragen!" gaben immerhin 30 Prozent der Befragten an, ihnen sei es persönlich sehr wichtig "möglichst preisgünstig einzukaufen". Und noch mehr der befragten 14- bis 22-Jährigen - nämlich 40 Prozent - waren überzeugt, dass der preisgünstige Einkauf den Menschen in Zukunft sehr wichtig sein werde.

Eine Kassiererin sitzt bei Aldi an der Kasse
Erich Reimann / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.