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Steuer-Leak: Donald Trumps Steuererklärung offenbart ein perfides Detail

Donald Trumps Steuererklärung für das Jahr 2005 wurde geleakt. Das Dokument offenbart, warum dem Präsidenten die Abschaffung einer bestimmten Steuer ganz besonders am Herzen liegt.

Donald Trump Steuererklärung

Donald Trumps Steuererklärung aus dem Jahr 2005 wurde geleakt

Je länger sich weigert, seine Steuererklärung zu veröffentlichen, desto mehr Abgründe vermutet man darin. Denn eigentlich entspricht es guter Tradition, dass jeder Präsident seine Einkommensverhältnisse und damit auch finanziellen Abhängigkeiten offenlegt. Hillary Clinton hatte dies sogar frühzeitig im Wahlkampf getan. Donald Trump vertröstete die Öffentlichkeit zunächst - und zog sein Versprechen nach dem Wahlsieg ganz zurück. Überzeugende Gründe für die Weigerung blieb er schuldig.

Nun ist US-Journalisten Donald Trumps Steuererklärung aus dem Jahr 2005 in die Hände gefallen. Das Material wurde dem Investigativreporter Cay Johnston per Post zugespielt, die TV-Journalistin Rachel Maddow veröffentlichte es vergangene Nacht auf ihrem Sender MSNBC. Demnach hat Trump im Jahr 2005 rund 150 Millionen Dollar verdient und 38 Millionen US-Dollar gezahlt. 

Donald Trump Jr. bejubelt Leak

Auf den ersten Blick kommen die Zahlen Donald Trump durchaus gelegen, denn sie beweisen zweierlei: Donald Trump ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und Donald Trump hat Steuern gezahlt. Beides war in den vergangenen Monaten massiv bezweifelt worden. Präsidentensohn Donald Trump Jr. bejubelte die Veröffentlichung auch sogleich via Twitter: "Danke Rachel Maddow, dass Sie den Trump-Hatern bewiesen haben, wie erfolgreich Donald Trump ist und dass er 40 Millionen Dollar Steuern bezahlt hat."


US-Medien spekulieren sogar, das Material sei möglicherweise von Trump selbst geleakt worden, um genau diese Botschaften zu unterstreichen. Dazu würde auch passen, dass nur die eines einzelnen, schon länger zurückliegenden Jahres veröffentlicht wurde. Zudem enthalten die Dokumente offenbar keine Details darüber, woher die Einkünfte Trumps genau stammen. Sie zeigen lediglich allgemein, dass 67 Millionen aus Immobilieneinkünften stammen, 42 Millionen aus gewerblicher Tätigkeit und 32 Millionen aus Kapitaleinkünften. Dazu kommen 9 Millionen Zinseinnahmen und eine Million Gehalt. Über Geschäftspartner verraten die Zahlen nichts.

Trump will Reichensteuer abschaffen

Doch auch abgesehen davon, dass die Veröffentlichung noch nichts über Trumps Steuermoral in den übrigen Jahren aussagt, hat die Steuererklärung einen fetten Schönheitsfehler. Denn Trump hat nicht nur Einnahmen von 150 Millionen Dollar angegeben, sondern rechnet Verluste von rund 100 Millionen Dollar gegen. Durch diesen Zug hätte Trump eigentlich nur rund 7 Millionen Dollar Einkommensteuer zahlen müssen.

Dass er nicht derart lächerlich günstig davonkommt, liegt allein an der sogenannten "alternativen Minimumsteuer", die seit Ronald Reagan verhindert, dass Superreiche ihre Einkommensteuer durch unbegrenzte Abschreibungen auf nahezu Null herunterrechnen. Ohne diese "alternative minimum tax" hätte Trump laut New York Times 31 Millionen Dollar weniger Steuern bezahlen müssen. "Sein Einkommensteuersatz wäre damit niedriger gewesen als der Durchschnittssatz einer Familie mit einem Jahreseinkommen von 75.000 bis 100.000 Dollar", rechnet Lily Batchelder, Steuerprofessorin an der Universität New York, in der Times vor.

Und jetzt raten Sie mal, welche Steuer Trump gerne abschaffen würde. Richtig, eben jene alternative Minimumsteuer, die auf Superreiche wie Donald Trump zielt. "Es ist verstörend, dass er die einzige Steuer abschaffen will, die ihn in diesem Jahr wirklich weh getan hat", sagt Edward Kleinbard, Steuerprofessor der Universität Südkalifornien, der New York Times.