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Dow Jones: US-Börsen brechen ein

Tiefrote Kurstafeln in den USA: Ein weiterer Ölpreisrekord, enttäuschende Firmenzahlen und neue Sorgen über die Finanzbranche haben die amerikanischen Aktienmärkte auf steile Talfahrt geschickt. Der Dow Jones fiel auf den tiefsten Stand seit September 2006.

Angesichts schlechter Wirtschaftsnachrichten ist der New Yorker Aktienmarkt am Donnerstag eingebrochen. Der Dow-Jones-Index für 30 führende Industriewerte verlor mehr als 350 Punkte und sank auf den niedrigsten Stand seit nahezu zwei Jahren. Alle führenden Indizes verloren um die drei Prozent.

Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Minus von etwas mehr als drei Prozent bei 11.453 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 3,3 Prozent auf 2.321 Zähler. Die Kurse zahlreicher Schwergewichte fielen auf langjährige Tiefststände.

Für die schlechten Werte dürfte vor allem der Ölpreis verantwortlich sein, der um mehr als fünf Dollar auf über 140 Dollar pro Barrel nach oben schnellte. Dies wiederum lag an Bemerkungen des OPEC-Präsidenten Chakib Khelil über einen möglichen Ölpreisanstieg auf 150 bis 170 Dollar noch in diesem Sommer.

Massiv auf die Stimmung drückte auch eine kritische Banken-Studie von Goldman Sachs. Für einige Häuser wie die Citigroup sind laut den Experten weit höhere neue Abschreibungen zu erwarten als bisher gedacht. Mit am heftigsten verlor daher die Citigroup-Aktie (minus 6,3 Prozent), fast alle anderen Branchentitel fielen ebenfalls deutlich.

Nikkei-Index verliert zwei Prozent

Für Nackenschläge sorgten nicht zuletzt Spekulationen um finanzielle Sorgen beim Autobauer General Motors (minus 10,8 Prozent für die Aktie) und dem nicht börsennotierten Wettbewerber Chrysler. Auch hier belastete eine negative Studie den Sektor zusätzlich.

Der Sportartikelhersteller Nike spielt international derzeit stark, schwächelt aber auf dem konjunkturell flauen Heimatmarkt. Die Anleger reagierten auf die Quartalszahlen enttäuscht (minus 9,8 Prozent). Beim Softwarekonzern Oracle (minus fünf Prozent) bemängelten Börsianer trotz mehr Umsatz und Gewinn den etwas vorsichtigeren Ausblick. Der BlackBerry-Anbieter RIM (minus 13,3 Prozent) verfehlte zudem auch mit seinem Gewinn die Erwartungen.

Die negativen Vorgaben aus den USA, der hohe Ölpreis und ein starker Yen schickten wiederum am Freitag die japanischen Börsen auf Talfahrt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor bis zum Vormittag zwei Prozent auf 13.545 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index büßte 1,8 Prozent auf 1320 Zähler ein. Zu den größten Verlierern gehörten exportorientierte Industriekonzerne und Finanzwerte.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters