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Benzin und Diesel Tankrabatt steht vor dem Ende: Wie es mit den Spritpreisen weitergehen könnte

Ein Mann tankt ein Auto an einer Tankstelle
Derzeit tanken Autofahrerinnen und Autofahrer aufgrund des Tankrabatts zu deutlich niedrigeren Spritpreisen als noch vor dessen Einführung. Es stellt sich aber die Frage, wie es nach dem Wegfall der Preisreduzierung weitergeht. (Symbolbild)
© Sven Simon / Imago Images
Der dreimonatige Tankrabatt endet – das ist Fakt. Damit stellt sich aber die große Frage: Wie geht es mit den Benzin- und Dieselpreisen weiter? Es gibt mehrere denkbare Szenarien.

Benzin sollte laut den damaligen Plänen des Bundesfinanzministeriums um rund 35 Cent billiger werden, Diesel um knapp 17 Cent – jeweils inklusive der Ersparnis bei der Mehrwertsteuer. Tatsächlich sind die Spritpreise seitdem auch deutlich gesunken. Ab dem 1. September fällt die Reduzierung an der Zapfsäule jedoch wieder weg. Wird Sprit nach dem Ende des Tankrabatts damit erneut entsprechend teurer?

Fachleute glauben in der Tat an einen erneuten Anstieg der Spritpreise. Der Ölpreis sei zwar in den vergangenen Wochen gesunken, aber extrem schwankend, zitiert die "FAZ" DZ Bank-Analyst Gabor Vogel. Wenn die Märkte realisieren würden, dass trotz der konjunkturellen Eintrübung in den Vereinigten Staaten und Europa das gegenwärtige Angebot im Grunde nicht zureichend und die globalen Lagerbestände knapp seien, müsse mit Preissteigerungen gerechnet werden, so Vogel. Auch der ADAC Hessen-Thüringen hält einen Preisanstieg Anfang September für realistisch.

Es stellt sich also eher die Frage, wann es soweit sein wird. Und das lässt sich bislang nicht genau sagen. Denkbar ist, dass der Sprit schon in der letzten Augustwoche aufgrund der stark steigenden Nachfrage vor dem Wegfall des Tankrabatts einen Preisanstieg erlebt, wie "Focus" berichtet. Denn viele Autofahrerinnen und Autofahrer dürften vor dem Tankrabatt-Ende noch mal die Tankstelle aufsuchen. 

Laut Vogel könnte es Anfang September zu Preisanstiegen an den Tankstellen kommen. Schließlich können auch Tankstellenbetreiber den Tankrabatt beim Einkauf von Benzin und Diesel bis zum 31. August nutzen, sodass der preisreduzierte Sprit dann in der Zeit danach noch im Verkauf sein wird. Ob die Tankstellen diesen aber tatsächlich auch zu den entsprechenden Preisen an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben werden, ist eine andere Frage. Neben dem Wegfall des Tankrabatts spielen zudem die Rohölpreise eine Rolle.

Zu Beginn des Tankrabatts erhöhten die Tankstellen und Ölkonzerne die Spritpreise deutlich, sodass der Literpreis für Benzin im Juni noch bei über zwei Euro lag, Diesel kostete über 2,10 Euro pro Liter. Im Anschluss sanken die Preise schrittweise. Derzeit sind diese deutlich niedriger. Der ADAC teilte am Mittwoch mit, dass der Literpreis für Diesel im bundesweiten Mittel zuletzt bei 1,89 Euro lag und damit um 3,7 Cent günstiger war als in der Vorwoche. Der Preis für Super E10 fiel im selben Zeitraum um 2,5 Cent und lag bei rund 1,71 Euro.

Drei mögliche Szenarien nach Tankrabatt-Wegfall

Mit dem Wegfall des Tankrabatts sind laut "Focus" drei Szenarien möglich:

  1. Die Benzin- und Dieselpreise kratzen an der Zwei-Euro-Grenze, werden aber nicht teurer als 2,10 Euro.
  2. Der Diesel-Literpreis steigt auf 2,10 Euro an, Benzin auf 2,15 Euro pro Liter. Damit wäre Benzin wieder teurer als Diesel.
  3. Die Preise könnten aber auch noch weiter ansteigen – auf über 2,10 Euro für einen Liter Diesel und auf über 2,20 Euro für Benzin. Damit würden die Spritpreise wieder auf das Niveau vor dem Beginn des Tankrabatts anziehen.

Wie viel tiefer Autofahrerinnen und Autofahrer für Benzin und Diesel nach dem Wegfall des Tankrabatts letztendlich in die Tasche greifen müssen, bleibt abzuwarten.

Quellen: Focus, FAZ, ADAC


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