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Tankrabatt endet Benzin- und Dieselpreise steigen – darf ich Sprit lagern?

Ein Zapfhahn führt an einer Tankstelle in einen Kraftstoffkanister
Benzin und Diesel dürfen in dafür vorgesehene Kanister gefüllt und darin auch gelagert werden. Es gibt allerdings gewisse Vorschriften. (Symbolbild)
© Joerg Boethling / Imago Images
Die Benzin- und Dieselpreise steigen bereits wieder an und dürften sich mit dem Ende des Tankrabatts weiter verteuern. Bevor es dazu kommt, könnten Autofahrerinnen und Autofahrer noch Sprit auf Vorrat kaufen. Doch ist das erlaubt?

Noch bis zum 31. August gilt – genauso wie das 9-Euro-Ticket – auch der Tankrabatt. Danach werden die Preise an den Tankstellen weiter deutlich ansteigen, wenn es nach den Einschätzungen von Experten geht. Könnte es sich da nicht lohnen, Sprit auf Vorrat zu lagern? Nicht wirklich.

Denn die erlaubte Menge an Kraftstoff, die in Deutschland gelagert werden darf, ist genau vorgeschrieben. Aufgrund der Explosionsgefahr darf maximal 20 Liter Benzin in Garagen gelagert werden. Zwar liegt die erlaubte Lagermenge von Diesel bei 200 Litern, doch ist es wegen der geringen Haltbarkeit nicht sinnvoll, eine größere Menge des Kraftstoffs zu lagern. Selbst luftdicht verpackt, hält sich Diesel nur wenige Monate. Die Verwendung von veraltetem Diesel verstopft die Filter und das Kraftstoffsystem des Fahrzeugs.

Grundsätzlich darf Kraftstoff ausschließlich in verschlossenen, nicht brennbaren und bruchsicheren Kanistern gelagert werden. ADAC-Sprecherin Melanie Mikulla erklärte gegenüber dem MDR: "Kraftstoff kann auslaufen. Das wäre dann natürlich wieder eine Gefahr für die Umwelt und es gibt ein gewisses Risiko für die Gesundheit, wenn die Behälter nicht dicht sind. Dann können giftige Gase und Dämpfe austreten und da riskiert man auf jeden Fall seine Gesundheit." Wer dennoch Benzin über einen längeren Zeitraum lagern möchte, der sollte dafür einen Gefahrstoffschrank anschaffen, rät Mikulla.

Darüber hinaus sollten Mieter darauf achten, ob die Lagerung von Benzin oder Diesel überhaupt laut Mietvertrag erlaubt ist. Oft ist dessen Lagerung bereits vertraglich untersagt. Andernfalls dürfen in einem Keller höchstens 20 Liter brennbare Flüssigkeiten gelagert werden. Zu beachten ist hier, dass sich die Mengenangabe auf die gesamte Fläche des Kellers bezieht und nicht auf die einzelnen Kellerabteile. In der Wohnung darf man sogar nur einen Liter derartiger Flüssigkeiten aufbewahren.

Wer also Benzin oder Diesel von der Tankstelle mit einem Privatfahrzeug transportieren möchte, der muss ebenfalls die vorgeschriebene Höchstmenge beachten; man darf maximal 60 Liter transportieren. Der Sprit muss dazu in einem Reservebehälter verstaut sein, welcher eine UN- oder Reservekraftstoffkanister-Zulassung (RKK) besitzt. Der ADAC empfiehlt, den Kraftstoff möglichst weit entfernt von den Fahrzeuginsassen gesichert zu verstauen. Aus Sicherheitsgründen sollten aber nicht mehr als zehn Liter Kraftstoff im Auto transportiert werden.

Benzin- und Dieselpreise steigen langsam an

Am Montag (29. August) kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,777 Euro und ein Liter Diesel 2,076 Euro, wie der ADAC auf Anfrage mitteilte. "Seit ungefähr Mitte August steigen die Preise sukzessive an", sagt ADAC-Pressesprecherin Katharina Luca gegenüber dem stern. "Wir sehen jeden Tag ein Stückchen mehr und es geht immer weiter nach oben."

Einer am Dienstag veröffentlichten Auswertung des Essener Wirtschaftsforschungsinstituts RWI zufolge, treibt vor allem die Trockenheit in Deutschland und der damit verbundene niedrige Pegelstand des Rheins die Spritpreise in die Höhe. Besonders betroffen ist demnach der Diesel aufgrund von hohen Transportkosten. Doch ohne den Tankrabatt wären die Preise noch höher.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag endet der Tankrabatt und damit die Senkung der Energiesteuer, was rechnerisch eine Preiszunahme um etwa 35 Cent pro Liter Benzin und 17 Cent pro Liter Diesel zur Folge haben könnte. Der ADAC glaubt aber nicht an einen sprunghaften Preisanstieg an den Tankstellen, "weil wir schon glauben, dass die Tankstellenbetreiber versuchen, möglichst jetzt noch den günstigeren Sprit einzukaufen, um den dann weiterhin anbieten zu können und sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern", so Luca. Wo es in Bezug auf die Preise tatsächlich hingehe, sei schwer einzuschätzen. Das Auto noch vor dem Auslaufen des Tankrabatts zu tanken, dürfte sich unter Beachtung der aktuellen Benzin- und Dieselpreise also durchaus lohnen.

Quellen: ADAC, ACE, MDR, RWI

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