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Schock an der Tankstelle: Der Dieselpreis hebt ab

Über Nacht ist Diesel um acht Cent teurer geworden. Der Preis hat in vielen deutschen Städten die Marke von 1,50 Euro durchbrochen. Der ADAC schlägt Alarm, Diesel lohnt sich kaum noch.

Von Gernot Kramper

Wer derzeit an die Tankstelle fährt, traut seinen Augen nicht. Der Dieselpreis steigt immer weiter. Inzwischen ist Diesel fast so teuer wie Benzin. Einen Preis von mehr als 1,50 Euro bei Markentankstellen hat der ADAC ermittelt. Wenn auch die freien Stationen berücksichtigt werden, liegt der Dieselpreis bundesweit noch knapp unter 1,50 – er beträgt dann 1,496 Euro. Ein Liter Super E10 kostet derzeit im bundesweiten Schnitt 1,536 Euro. Der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel ist also auf vier Cent geschrumpft.

Für die Fahrer sind die hohen Preise an sich schon ein Grund zum Ärgernis - und der geringe Abstand zum Benzin erst recht. Denn der Staat kassiert beim Diesel viel weniger Steuern als beim Benzin. 22 Cent beträgt die Differenz. ADAC-Experte Jürgen Albrecht: "Auf Kosten der Dieselfahrer verdienen sich die Ölmultis eine goldene Nase!"

Steuerdifferenz stecken die Multis ein

Diesel hat zwar einen etwa sechs Prozent höheren Energiegehalt, der Grundpreis ohne Steuern und Abgaben könnte daher durchaus etwas höher als der von Benzin sein. Aber angesichts des Steuervorteils müsste Diesel dann immer noch mehr als zehn Cent billiger sein als Benzin.

Im Moment treibt die kalte Jahreszeit die Dieselpreise nach oben, denn im Diesel steckt der gleiche Grundstoff wie im Heizöl. Sobald die Temperaturen fallen, werden die Heizöltanks gefüllt. Die Nachfrage lässt die Preise steigen. "Ein Preisanstieg zur Wintersaison ist normal, aber sicher nicht in diesem Maße," sagt Treibstoffexperte Andreas Hölzel vom ADAC. Er weist darauf hin, dass der Preis für Brent-Öl seit der vergangenen Woche um rund fünf Dollar gesunken ist.

Karin Retzlaff vom Mineralölwirtschaftsverband versteht den Ärger wegen des hohen Dieselpreises, sieht die Verantwortung aber nicht bei den Tankstellenketten. "In der Beschaffung sind Diesel und Benzin normalerweise gleichauf. In den letzten Monaten und Wochen hat der Dieselpreis in Rotterdam stark angezogen, das wirkt sich jetzt auf den Tankstellenpreis aus. Durch den hohen Einkaufspreis wird der Steuervorteil des Diesels aufgezehrt."

Neben der Jahreszeit und dem Beginn der Heizperiode treiben internationale Einflüsse den Preis für Diesel nach oben. In Amerika hätten die Lagerbestände einen Tiefststand erreicht, eine zusätzliche Nachfrage komme aus China, so Retzlaff. Dort werde Diesel nicht allein zum Heizen und für Kraftfahrzeuge genutzt, sondern auch zur Stromerzeugung.

So lohnt sich ein Diesel nicht

Sollte der Dieselpreis dauerhaft so knapp unter dem Benzinpreis liegen, werden sich die sparsamen Dieselmotoren nicht mehr lohnen. Angesichts des mindestens 2000 Euro teuren Motors und der höheren Kfz-Steuer lohnt sich der Kraftstoff Diesel auch bei zehn Cent Preisdifferenz nur für echte Vielfahrer. Bei nur vier Cent Differenz zahlt ein normaler Autofahrer beim Diesel drauf.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.