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Verräterische Luftaufnahmen: Drohnen überführen 1,7 Millionen spanische Steuersünder

Ob illegale Anbauten oder nicht angemeldete Schwimmbäder: Viele spanische Hausbesitzer prellen das Finanzamt bei der Grundsteuer. Finanzminister Montoro schickte daher eine Armada von Kameradrohnen los - mit beeindruckendem Erfolg.

Pools

Die Drohnen entdeckten unter anderem zahlreiche Pools, die nicht angemeldet waren (Symbolbild)

Spaniens Finanzminister Cristobal Montoro gilt als findiger Mann: Angesichts klammer Staatskassen denkt er sich immer neue Methoden aus, um notorische Steuersünder zu überführen. So ließ er seine Beamten bereits die Facebook-Profile wohlhabender Spanier durchsuchen, um versteckte Reichtümer zu finden.

Außerdem veröffentlichte er eine Liste von allen Spaniern, die dem Finanzamt mehr als eine Million Euro schuldeten, um durch die Prangerwirkung Druck zu erzeugen. Und auch Superstar Lionel Messi bekam den Arm des spanischen Fiskus schon zu spüren: Der Weltfußballer wurde im Juli zu 21 Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 4,1 Millionen verurteilt.

Drohnen werden 1,7 Millionen Mal fündig

Um noch mehr Steuersünder ausfindig zu machen, setzt Montoro seit Neuestem auch auf Drohnen. Rund 19 Millionen Grundstücke ließ er laut einem Bericht der "Welt" von den elektronischen Steuerfahndern überfliegen und filmen. Die Kameraaufnahmen sollten Hinweise auf Hausbesitzer liefern, die nicht ordnungsgemäß ihre Grundsteuer bezahlen. Die Ausbeute der Drohnen ist beachtlich: Sie entdeckten 1,7 Millionen Immobilien für die keine oder zu wenig Grundsteuer entrichtet wurden, berichtet die "Welt".

So hatte mancher Hausbesitzer sein nachträglich eingebautes Schwimmbad nicht angemeldet. Andere hatten zusätzliche Etagen auf ihr Haus gesetzt oder das Dach ausgebaut, ohne dem Finanzamt Bescheid zu sagen. Auch Tausende illegal gebauter Gartenhäuser sollen die Drohnen des Finanzamts gefunden haben.

Finanziell ist der mehrmonatige Drohnen-Einsatz für Montoro ein voller Erfolg. Das Überfliegen von rund 4300 Städten und Gemeinden hat zwar rund 80 Millionen Euro gekostet. Doch die Steuernachforderungen, die sich aus den Satellitenbildern ergeben, belaufen sich auf rund 1,25 Milliarden Euro. Nicht betroffen von der Drohnen-Offensive waren die Basken: Sie verfügen in Steuerangelegenheiten über weitgehende Autonomie.

bak
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