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Wie zahlt man die Rundfunkgebühr?: Reporter bringt GEZ mit Bargeld zur Verzweiflung

Die GEZ-Gebühren hasst fast jeder, zahlt sie aber zähneknirschend. Ein Wirtschaftsredakteur hatte eine einfache Idee: Statt Abbuchung bot er Bargeld an. Doch das will die GEZ nicht nehmen.

Heute nennt sich das ganze "Beitragsservice", ARD und ZDF wollen damit das schlechte Image der GEZ abstreifen.

Heute nennt sich das ganze "Beitragsservice", ARD und ZDF wollen damit das schlechte Image der GEZ abstreifen.

Der Handelsblatt-Redakteur Norbert Häring ist der neue Held aller GEZ-Hasser. Also gewissermaßen von uns allen, denn die Zwangsgebühr hat außerhalb der Sendehäuser der Öffentlich-Rechtlichen wenig Freunde. Bislang sind alle Versuche, der Zahlung auf dem Klagewege zu entgehen, gescheitert.

Nur Finanzfuchs Häring hatte den richtigen Riecher, um die Gebühren-Einzugs-Krake zu überlisten. Und das ging so: Als erstes kündigte der GEZ-Rebell die Einzugsermächtigung, die wir alle laufen haben, damit die Sender die Gebühr bequem vom Konto abbuchen können. Kaum widerrufen, kam sofort eine Mahnung mit der Aufforderung, die nächste Gebührentranche zu überweisen, obwohl die noch nicht einmal fällig war.

Von wegen: Bargeld lacht

Soweit lief alles, wie zu erwarten war. Aber nun kommt der Trick des Mannes vom Handelsblattes: Er bat um Angabe eines Ortes, an dem er die Gebühren-Fron in bar begleichen könne. Da zu erwarten war, dass der GEZ diese Idee nicht gefallen würde, ergänzte er das Schreiben um einige rechtliche Hinweise. Etwa darauf, dass Banknoten in Deutschland das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel seien, und man die Annahme nicht ohne gesetzliche Grundlage verweigern dürfe.

Tatsächlich ist Bargeld in Deutschland immer ein erlaubtes Zahlungsmittel. Nur in Fällen von grobem Unfug wurde schon mal anders entschieden, dort hat dann aber meist jemand versucht sehr große Summen mit einzelnen Centstücken zu begleichen. Sollte die GEZ das Bargeld ablehnen, bat Häring "um Angabe der gesetzlichen Grundlage hierfür."

Die Gebühreneintreiber duckten sich weg, und meldeten sich gar nicht mehr. Eine neue Rechnung kam auch nicht. Erst nach langem Bohren antwortete man einer Presseanfrage. Und meinte seitens der GEZ, Bargeld nicht akzeptieren zu müssen, weil der Rundfunkbeitragsstaatsvertrags eben nur bargeldlose Zahlungen vorsieht. Juristisch eine wackelige Angelegenheit, meint nicht nur Häring. Denn die GEZ gehe davon aus, dass ein Staatsvertrag und die Satzungen der Rundfunkanstalten über dem Bundesbankgesetz rangieren.

Er selbst hat noch keine Zahlungsaufforderung bekommen. Und macht den Eindruck, dass er - sollte so ein Schreiben je eingehen - mir Freuden den Rechtsweg beschreiten würde. Bis dahin zahlt Häring erstmal keine Gebühr.

Härings Text beim Handelsblatt heißt: Mit Münzen und Scheinen gegen den Rundfunkbeitrag.

Gernot Kramper