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Erster Gewinn seit elf Tagen: Merkel und Sarkozy stoppen Dax-Absturz

Es ist vollbracht: Der Dax hat seine Abwärtsfahrt gestoppt - und zum ersten Mal seit elf Tagen mit Gewinn geschlossen. Der Grund: zwei Politiker, die sich zum Euro-Gipfel treffen.

Der Dax hat am Donnerstag seine elf Handelstage andauernde Durststrecke beendet. Der Leitindex gewann satte 3,3 Prozent auf 5797 Punkte - der erste Zuwachs seit dem 26. Juli. Damals hatte der Index noch 25 Prozent höher notiert. Der Handel blieb aber auch am Donnerstag hektisch. Zwischenzeitlich fiel der Dax auf 5488 Punkte - wegen neuerlicher Sorgen um eine Ausweitung der Schuldenkrise - und erreichte damit den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren.

Die Gründe für das erste Plus im August? Abgesehen von technischen Faktoren, die nach einer so langen Verlustserie zwangsläufig irgendwann mal wieder zu einem Plus führen, waren sie vielfältig. Laut Händler Andreas Lipkow von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade gab es einfach weniger Gerüchte, die den Markt belasten. Der Verkaufsdruck weiche. "Elf Verlusttage sind mehr als außergewöhnlich", pflichtete ihm Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory bei. Der Markt sei schlichtweg überverkauft gewesen, wei Börsianer den irrational hohen Verkaufsdruck bezeichnen.

"Wenn die miteinander reden, ist das ja positiv"

Allerdings drehten die Kurse auch am Donnerstag vom Plus ins Minus und wieder zurück. Der Markt blieb also nervös. "Das Vertrauen an den Börsen ist stark erschüttert", sagte Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Die Ankündigung eines Treffens von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zur Euro-Krise wirkte am Nachmittag schließlich wie Balsam auf geschundene Börsianerseelen. Nach der Meldung gingen die Kurse am Donnerstag dauerhaft nach oben. Am kommenden Dienstag treffen sich die beiden. "Wenn die beiden miteinander reden, ist das ja positiv", erklärte ein Händler.

Besonders stark war die weiterhin vorhandene Nervosität bei den Bankaktien spürbar. Sie litten zwischenzeitlich nochmals kräftig unter der Sorge vor einer Ausweitung der Schuldenkrise gelitten, da die Banken teilweise stark in den hoch verschuldeten Staaten engagiert sind. Aussagen des französischen Zentralbankchefs Christian Noyer über die Krisenresistenz französischer Banken hatten den Druck jedoch europaweit genommen. So gewann die Commerzbank in Frankreich mehr als sechs Prozent.

Auch in den USA haben die US-Börsen am Donnerstag wieder an Boden gewonnen. Nach kräftigten Verlusten am Mittwoch legten die drei Indizes nun deutlich zu. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit Aufschlägen von 3,9 Prozent auf 11.142 Punkten aus dem Handel und notierte damit wieder über der wichtigen Marke von 11.000 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 4,6 Prozent auf 1172 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 4,7 Prozent auf 2492 Punkte zu.

ben/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters
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