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Ex-Karstadt-Tochter: SinnLeffers ist offenbar pleite

Nach Hertie und Wehmeyer hat anscheinend eine dritte ehemalige Karstadt-Tochter Insolvenz angemeldet. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi soll das Unternehmen allerdings in Eigenregie saniert werden. Tausende Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Die Bekleidungskette SinnLeffers ist offenbar zahlungsunfähig. Der Konzern mit 47 Filialen und 4000 Mitarbeitern soll jedoch in einer Planinsolvenz in Eigenregie saniert werden, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Derzeit berate der Aufsichtsrat über Restrukturierungsmöglichkeiten. Sowohl die Eigentümerin der Modekette, die Deutsche Industrie-Holding (DIH), als auch SinnLeffers wollten sich dazu nicht äußern. Sie verwiesen auf eine Pressekonferenz am Mittwoch. Nach Informationen von "Focus online" strebt die DIH zwar keinen Verkauf an, allerdings werde es definitiv Filialschließungen geben.

"Wir hoffen, dass wir mindestens zwei Drittel der Stellen erhalten können", zitierte die "Welt" SinnLeffers-Geschäftsführer Patrick Feller. SinnLeffers will dem Bericht zufolge am Donnerstag beim Amtsgericht Hagen Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit anmelden.

Erst in der vergangenen Woche hatte die von Karstadt abgespaltene Warenhauskette Hertie Insolvenz angemeldet, Anfang Juli die Modekette Wehmeyer.

Die Planinsolvenz in Eigenverwaltung kommt eher selten zur Anwendung. Sie entspricht in etwa dem Vergleich nach altem Konkursrecht und wird vom Gericht nur dann genehmigt, wenn es gute Chancen zur Sanierung gibt.

SinnLeffers war 1997 durch Fusion der beiden defizitären und börsennotierten Textilhäuser Sinn und Leffers entstanden und 2001 von KarstadtQuelle übernommen worden. Vor drei Jahren trennte sich der mittlerweile in Arcandor umbenannte Konzern im Zuge seiner Sanierung von SinnLeffers, von Hertie und Wehmeyer.

Reuters / Reuters