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Finanzkrise: Ackermann zeigt Reue - ein bisschen

Eine persönliche Entschuldigung wollte Josef Ackermann nicht aussprechen, doch der Chef der Deutschen Bank hat eine Mitschuld an der Finanzkrise eingeräumt. Der Verzicht auf die Jahresboni untermauere dies. Alle hätten Fehler gemacht, sagte Ackermann - auch er selbst, weil er das volle Ausmaß der Krise zu spät erkannt habe.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sieht den viel kritisierten Bonusverzicht des Bankvorstandes auch als ein Zeichen, "dass wir unsere Mitschuld anerkennen". Eine förmliche Entschuldigung wollte Ackermann am Montagabend im ARD-Jahresrückblick jedoch nicht aussprechen. Vielmehr sagte er, "wir haben alle Fehler gemacht". Nichtsdestotrotz hätten aber viele Mitarbeiter toll gearbeitet.

Als Konsequenz aus der Finanzkrise hatten Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank im Oktober geschlossen auf ihre Bonus-Zahlungen für das laufende Geschäftsjahr verzichtet. Ackermann sprach damals davon, er wolle "ein ganz persönliches Zeichen der Solidarität setzen". Jetzt präzisierte er, der Vorstand werde lediglich das Basisgehalt beziehen. 2007 hatten die vier Vorstandsmitglieder insgesamt 33,2 Millionen Euro erhalten, 28,8 Millionen Euro davon waren erfolgsbezogene Vergütungen.

Der Bonusverzicht war insbesondere in der Politik auf heftige Kritik gestoßen. So bezeichnete etwa SPD-Fraktionschef Peter Struck die Ankündigung als peinlichen Vorgang. Im ARD-Jahresrückblick räumte Ackermann auch ein, die Krise seiner Branche zeitweise unterschätzt zu haben, er habe das "volle Ausmaß" zunächst nicht gesehen. Die Zuversicht sei aber mit dem Kollaps der amerikanischen Investment Lehman Brothers Mitte September beseitigt gewesen.

Der Deutsche-Bank-Chef lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit von Zentralbanken, Regierungen, Banken und auch den Kunden zur Bewältigung der Krise. Wenn dies weiter anhalte, sei er zuversichtlich. Wichtig sei insgesamt: "Alle müssen daraus lernen."

AP / AP