HOME

Florierendes Weihnachtsgeschäft: Lieferschwierigkeiten bei Markenspielzeug

Das Weihnachtsgeschäft ist kaum richtig angelaufen, da gibt es ausgerechnet bei Markenspielen erste Lieferengpässe. Der Einzelhandel schaut dennoch optimistisch auf die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Vom Kunden besonders gefragt: Brettspiele, Teddybären und Computerkonsolen.

Für Spielwarenhändler ist die Vorweihnachtszeit sicher nicht die besinnlichste, dafür aber die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Auch in diesem Jahr ist die Nachfrage nach Brettspielen, Teddybären und Computerkonsolen groß - und wegen Lieferschwierigkeiten bleibt so mancher Regalmeter bereits leer.

"Es gibt Warenengpässe bei Lieferanten, das haben wir zuhauf", schildert Günter Baierl vom Spielwaren-Fachhandelsverband Vedes ebenso wie andere Branchenvertreter. "Wir haben etwa riesige Versorgungsprobleme bei den Marken Lego und Playmobil."

Action unterm Weihnachtsbaum

Den einen, alles überstrahlenden Weihnachtstrend gebe es bisher aber nicht: "Es sind nach wie vor die Klassiker, die uns tragen", sagt Baierl. Marke und Qualität seien für Eltern und Großeltern das wichtigste Auswahlkriterium, aber auch die Kleinen schrieben Klassiker wie Carrera-Bahnen und Funkautos ganz oben auf ihre Wunschlisten. "Die Kinder wollen Action unterm Weihnachtsbaum."

Dafür verbauen die Hersteller oftmals zahlreiche Licht-, Sound-und Bewegungseffekte, auch in die Klassiker. Ungebrochen ist laut Baierl zudem der Wunsch der Kinder nach Computerspielen und Konsolen, wenn das Geschäft wegen der ausgebliebenen Innovationen in diesem Jahr auch stagniere. "Man redet immer viel über Elektronik, aber es gibt immer auch einen Gegentrend: Das Thema Buch", erläutert Baierl. "Es wird gelesen." Außerdem spielten die Kinder mit ihren Freunden weiterhin klassische Brettspiele. Im Kleinkindbereich sei Holzspielzeug stark gefragt.

Einzelhandel hofft auf Umsatzplus

Letztlich aber läuft das diesjährige Weihnachtsgeschäft für die Branche bislang ausgesprochen gut: "Wir haben sehr positive Signale, so dass wir davon ausgehen, dass aus den anvisierten plus drei Prozent sogar plus fünf Prozent werden könnten bis zum Jahresende", sagt der Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels, Willy Fischel, mit Blick auf das erwartete Umsatzwachstum 2010. Im vergangenen Jahr hat die Branche knapp 2,4 Milliarden Euro erlöst.

Weil die Kinder inzwischen vermehrt Geldgeschenke bekommen, geht das Weihnachtsgeschäft inzwischen sogar über den 24. Dezember hinaus. Die Fachhändler müssen immer auf dem neusten Stand sein, denn die Welt der Teddybären, Puppen und Eisenbahnen verändert sich laufend: Etwa die Hälfte aller Spielzeuge sind Neuheiten, nur wenige Klassiker sind über Jahre hinweg unverändert im Sortiment.

Preissteigerungen im nächsten Jahr

Bei beiden Warengruppen müssen sich die Kunden im kommenden Jahr auf teils kräftige Preissteigerungen einstellen. "Weihnachten ist es noch stabil, aber wir müssen davon ausgehen, dass - je nach Sortiment - im nächsten Jahr bis zu zweistellige Preiserhöhungen kommen", formuliert Fischel eine gängige Einschätzung in der Branche. Die steigenden Löhne in China, höhere Frachtkosten, die Dollarschwäche sowie höhere Ausgaben für Spielzeugsicherheit machten dies nötig.

Höhere Preise halten Eltern und Großeltern jedoch seit jeher kaum davon ab, die Wünsche ihrer Lieblinge zu erfüllen. Hinzu kommt laut Fischel eine andere Beobachtung, die Hersteller und Händler landauf, landab machen: "Was früher zwei geschenkt bekommen haben, bekommt heute einer geschenkt - und eher noch mehr."

Elke Richter/DPA / DPA