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Gas-Streit: EU erwartet bald neue Lieferungen

Die EU und Russland haben sich im Streit um Gaslieferungen geeinigt. Damit sollte schon bald wieder Gas aus Russland fließen - unter Augen von offiziellen Beobachern. Der ukrainische Präsident Juschtschenko sicherte zu, die Pipelines wieder zu öffnen, sobald Russland den Lieferstopp beendet.

Die EU-Spitze hat sich nach eigenen Angaben mit Russland und der Ukraine auf Einzelheiten einer Beobachtermission im Gas-Streit geeinigt. Danach dürften Russen in der Ukraine und Ukrainer in Russland den Gas-Transport überwachen, sagte Kommissionssprecherin Pia Ahrenkilde der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Brüssel.

Nach dem Scheitern der Verhandlungen am Donnerstag in Brüssel habe es weitere Kontakte mit der russischen und der ukrainischen Seite gegeben, teilte die Kommission mit. Kommissionspräsident José Manuel Barroso habe mit dem ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko gesprochen und EU-Energiekommissar Andris Piebalgs mit russischen Vertretern. "Es gibt nun eine Vereinbarung über die Einzelheiten der Beobachtermission", erklärte die Kommission.

Sobald Russland seinen Lieferstopp beendet habe, werde die Ukraine die Weiterleitung durch ihre Transitleitungen gewährleisten. Das sicherte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in einem Telefonat zu, wie die Präsidialverwaltung in Kiew am Freitag mitteilte.

Topolanek, dessen Land seit 1. Januar die EU-Ratspräsidentschaft innehat, erklärte, er habe mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen. Dabei habe man sich darauf geeinigt, wie die zu bildende internationale Beobachtergruppe zusammengesetzt sein solle. Diese soll den Gasfluss von Russland über die Ukraine nach Westeuropa überprüfen.

Weitere russisch-ukrainische Gespräche

Der russische Energiekonzern hatte sich am Donnerstag bereit erklärt, nach der Ankunft internationaler Beobachter in der Ukraine solle wieder Gas über deren Territorium nach Westen gepumpt werden. Über die Zusammensetzung dieser Mission konnte zunächst jedoch keine Einigung erzielt werden, wie die EU-Kommission am Abend nach stundenlangen Verhandlungen in Brüssel mitteilte.

In Russland wird am Freitag eine Fortsetzung der Verhandlungen zwischen den größten Energieversorgern beider Länder, Gazprom und Naftogas, erwartet. Es gebe Hinweise darauf, dass die Konzernchefs Alexej Miller und Oleg Dubina in Sotschi zusammenkommen werden, meldete die Agentur Itar-Tass. Im Schwarzmeer-Kurort hielt sich am Donnerstag auch der russische Präsident Dmitri Medwedew auf.

AP/DPA / AP / DPA