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Gaspreise: Sammelklage gegen Energieriesen

Über die Gaspreiserhöhung der letzten Monate sind Verbraucher stark verärgert. Einige setzen sich nun zur Wehr und reichen die erste Sammelklage gegen den Energieriesen Eon ein.

Rund 100 Verbraucher aus Norddeutschland wollen mit der bundesweit ersten Sammelklage gegen den Versorger Eon Hanse die Rechtmäßigkeit der aktuellen Gaspreise gerichtlich überprüfen lassen. Die angestrebte Sammelklage soll in den kommenden Wochen beim Landgericht Hamburg eingereicht werden, so der Geschäftsführer der Hamburger Verbraucherzentrale, Günter Hörmann. Die Verbraucherzentrale werde die Kosten der Klage übernehmen und organisatorische Unterstützung leisten.

Drei Preiserhöhungen innerhalb von sechs Monaten

Bundesweit halten nach mehreren Preisrunden ungefähr 200.000 Gaskunden Teile ihrer Abschlagszahlungen an die Gasunternehmen zurück. Die Verbraucher bezweifeln, dass die mehrfachen Preiserhöhungen in der jüngeren Vergangenheit gerechtfertigt waren. So hat das Unternehmen Eon Hanse die Gaspreise im November und Februar erhöht und eine weitere Erhöhung zum April angekündigt. Die Unternehmen begründen die Preiserhöhungen mit den stark gestiegenen Preisen für leichtes Heizöl. Daran seien die Gaspreise über langfristige Vertragsklauseln mit den Lieferländern gekoppelt.

Bislang sind die Versorgungsunternehmen nicht rechtlich gegen Zahlungsverweigerer vorgegangen und haben die Gaslieferungen auch nicht eingestellt. Daher hätten sich jetzt die Verbraucher entschlossen, auf dem Weg einer Feststellungsklage die Gaspreise überprüfen zu lassen, sagte Hörmann. Die Unsicherheit über die Rechtmäßigkeit der Preise sei den Verbrauchern nicht länger zuzumuten. Die Feststellungsklage muss das Landgericht jedoch zunächst einmal zulassen, ehe inhaltlich verhandelt wird.

DPA / DPA