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Gastronomie: Burger King wechselt den Besitzer

Nach deutlichen finanziellen Zugeständnissen hat der weltgrößte Spirituosenkonzern Diageo den Verkauf seiner Schnellimbiss-Kette Burger King perfekt gemacht.

Die weltweit zweitgrößte Schnellrestaurant-Kette nach McDonald's geht für 1,5 Milliarden Dollar an ein Investorenkonsortium unter Führung der US-Beteiligungsgesellschaft Texas Pacific, wie Diageo mitteilte. Damit erlöst der britische Konzern rund ein Drittel weniger als noch im Juli vereinbart. Dem nun abgeschlossenen Geschäft zufolge gibt Diageo den Käufern zudem Garantien für ein Kreditvolumen von insgesamt 850 Millionen Dollar. Die Briten ihrerseits bekommen 1,2 Milliarden Dollar in bar. Damit können sie ihre Schulden reduzieren und weitere Aktienrückkäufe finanzieren. Die Käufer übernehmen ferner einen Teil der Schulden von Burger King.

Konzentration auf Premium-Spirituosen

"Das Geschäft ist Ergebnis von Nachverhandlungen", räumte Diageo-Chef Paul Walsh ein. Angesichts des aktuellen Umfelds für Finanzierungen und des Geschäftsumfelds von Burger King ist es dennoch ein gutes Geschäft. Die Veräußerung ist für Diageo ein eminent wichtiger Schritt auf dem Weg, sich auf Premium-Spirituosen zu konzentrieren, sagte Walsh bei einer Telefonkonferenz. Im Rahmen dieser Strategie hatte Diageo im vergangenen Jahr bereits die US-Lebensmittelsparte Pillsbury veräußert. Kernmarken der Briten sind Smirnoff-Wodka, Johnnie-Walker-Whiskey und Guinness-Bier.

Preiskrieg mit McDonald's belastet

Diageo hatte vor zweieinhalb Jahren seine Veräußerungspläne zu Burger King bekannt gemacht. Anfangs galt noch ein Börsengang der Schnell-Restaurant-Kette als wahrscheinlich. Später kam es dann zu Verhandlungen mit einem Konsortium von Beteiligungsgesellschaften, zu dem neben Texas Pacific auch Bain Capital und Goldman Sachs Capital Partners gehören. Die Käufer hatten Schwierigkeiten bekommen, das Geld für den vor fünf Monaten vereinbarten Preis von 2,26 Milliarden Dollar aufzubringen. Zugleich wurde Burger King zunehmend von einem Preiskrieg mit Erzrivalen McDonald's belastet. Diageo-Finanzdirektor Nick Rose sagte, Burger King erwartet einen Einbruch des operativen Gewinns um 20 Prozent im zweiten Halbjahr.

Home of the Whopper

Burger King wurde 1954 in Miami gegründet. Die Kette betreibt in 58 Ländern mehr als 11.450 Restaurants, drei Viertel davon in den USA. 2,4 Milliarden Hamburger gehen jedes Jahr über die Burger-King-Theken. Bekanntestes Produkt ist der Whopper. In Deutschland eröffnete Burger King 1976 sein erstes Restaurant in Berlin. Heute verfügt die Kette bundesweit über 350 Niederlassungen mit rund 12.000 Mitarbeitern. Täglich werden 300.000 Gäste registriert. Der Gesamtumsatz lag 2001 bei 11,2 Milliarden Dollar.

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