Gesundheit Defizit bei Krankenkassen geringer als erwartet


Es bleibt dabei: Die gesetzlichen Krankenkassen stecken nach wie vor tief in den roten Zahlen. Nach den jüngsten Schätzungen beträgt das Finanzdefizit rund 3,1 Milliarden Euro. Immerhin: Das Loch ist in den letzten Monaten nicht größer geworden.

Das Defizit bei den gesetzlichen Krankenkassen fällt in diesem Jahr voraussichtlich geringer aus als zuletzt erwartet. Das Finanzloch werde etwa 3,1 Milliarden Euro betragen, erklärte der Schätzerkreis für die gesetzliche Krankenversicherung am Mittwoch in Berlin. Bei der letzten Schätzung im Dezember waren die Experten noch von einem Minus von rund vier Milliarden Euro ausgegangen. Grund der leichten Erholung: die verbesserten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt.

Bei den Berechnungen wurden die von der Bundesregierung beschlossenen Einsparungen bei Arzneimitteln mit 500 Millionen Euro berücksichtigt. Nach der offiziellen Schätzung bekommen die Kassen 170,3 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds zugewiesen. Die Ausgaben werden mit 173,4 Milliarden Euro angesetzt. Insgesamt nimmt der Fonds voraussichtlich 172,0 Milliarden Euro ein. 1,7 Milliarden Euro nutzt er zum Aufbau seiner Liquiditätsreserve.

Die Differenzen zwischen ihren Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds und ihren tatsächlichen Ausgaben müssen die 186 Kassen aus anderen Quellen decken. Einige haben Rücklagen. Als Alternative bleiben weitere Zusatzbeiträge.

Die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, erklärte, das Ergebnis bestätige die insgesamt sehr angespannte Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung. Selbst wenn sich die Einnahmesituation des Gesundheitsfonds im Vergleich zur letzten Schätzung verbessert habe, habe sich die Einnahmesituation der einzelnen Kassen um keinen Cent erholt. Die zusätzlichen Einnahmen verblieben nach dem geltenden Recht im laufenden Jahr im Gesundheitsfonds und stünden den einzelnen Krankenkassen nicht zur Verfügung.

Dem Schätzerkreis gehören das Bundesversicherungsamt, das Gesundheitsministerium und die Krankenkassen an.

DPA/APN DPA

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