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Getränke: Softgetränk im Dienst der Intifada

Ein französischer Geschäftsmann vertreibt das ultimative Party-Getränk für den ideologisch gefestigten Muslim: Mecca-Cola, garantiert alkoholfrei.

»Trinkt nicht länger dumm - trinkt engagiert!« - Ein findiger Geschäftsmann in Frankreich hat die palästinensische Intifada mit Zielgruppen orientiertem Produktmarketing verquickt: Tawfik Mathlouthi stellt die »Mecca-Cola« her, die den Kritikern Israels und der USA eine politisch korrekte Erfrischung verheißt. Im Internet wirbt Mathlouthi mit Bildern der Intifada für seinen Softdrink, von dem er nach eigenen Angaben bereits 1,2 Millionen eineinhalb-Liter-Flaschen verkauft hat.

Wirtschaft im Dienst der Ideologie

Der Schriftzug der Mecca-Cola ist dem Coca-Cola-Logo nachempfunden, doch von der Konkurrenz aus Atlanta trennt die Limonade ein weltanschaulicher Abgrund. Die Wirtschaft solle sich in den Dienst der Ideologie stellen, erklärt der Gründer des Pariser Radios Mediterranee sein Konzept: »Die Muslime in der ganzen Welt sind so dumm, ihr Geld den Amerikanern zu geben, die damit Waffen kaufen, mit denen sie (die Muslime) getötet werden.« Da sollten sie ihren Durst besser mit Mecca-Cola stillen, so sein Kalkül.

Ideologisch korrekt

Der Griff zur Flasche als politischer Akt, als »klare Ablehnung von (US-Präsident George W.) Bush und seinen Freunden«, der »amerikanischen Hegemonie« als solcher. Natürlich wolle er auch Geld verdienen, räumt Mathlouthi ein. Aber je zehn Prozent seines Gewinns würden nach Palästina überwiesen sowie an Vereine in Europa, die sich der Wohlfahrt und dem Streben nach weltweitem Frieden verschrieben haben.

Idee ist nicht neu

Rund 50 Cola-ähnliche Boykottgetränke gebe es bereits, doch keines habe nennenswerten Erfolg. Die Mecca-Cola steht nach Angaben Mathlouthis bereits in einigen Geschäften zweier großer französischer Supermarkt-Ketten. Auch in Deutschland, Belgien und den Niederlanden soll die Brause bereits zu kaufen sein. In der Höhle des Löwen, dem Mutterland aller Cola-Getränke, wird es jedoch nie Mecca-Cola geben. Auch wenn McDonald's bei ihm anklopfen würde - »die boykottieren wir«.

Boykott-Tradition

Die Arabische Liga hat vor mehr als 50 Jahren einen Boykott für Unternehmen initiiert, die mit Israel Geschäfte machen. Bis zu 8.500 Produkte und Firmen standen zeiweise auf der Schwarzen Liste, doch seit fast einem Jahrzehnt wird der Boykott nicht mehr aktiv betrieben. Mit der Eskalation der Gewalt im Nahen Osten gibt es wieder neue Versuche, mit Aufrufen zum Boykott Bewusstsein zu schärfen und die Politik zu beeinflussen.

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