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150 Rache-Tweets: Google-Mitarbeiter hasste seine Arbeit von Tag 1 - jetzt tritt er gegen Ex-Chef nach

"I'm still pissed": Designer Morgan Knutson arbeitete an Googles gescheitertem Sozialen Netzwerk Google+ und er hasste es von Tag 1. In einer epischen Twitter-Tirade rechnet er mit dem Projekt und seinem Chef ab.

Logo von Google Plus auf einem Smartphone

Nach sieben Jahren macht das soziale Netzwerk Google Plus dicht

Picture Alliance

Wer schon einmal einen Job im Zorn hingeschmissen hat, der kennt wahrscheinlich diesen Drang: Endlich dem unfähigen Chef die Meinung geigen und alles herausschreien, was einem die ganze Zeit auf der Arbeit gestunken hat. Der ehemalige Google-Mitarbeiter Morgan Knutson hat dies in bemerkenswerter Manier getan. Innerhalb weniger Tage schrieb Knutson rund 150 Tweets, in denen er mit seinen Vorgesetzten und der Arbeit bei Google schonungslos abrechnet.

Anlass ist das vergangene Woche angekündigte Aus für das Soziale Netzwerk Google+, an dem der Designer von 2011 bis 2012 für acht Monate mitarbeitete. Obwohl das Engagement an dem Flop-Projekt schon Jahre zurückliegt, hat Knutson diese Episode seines Arbeitslebens offenbar noch nicht verwunden. "Jetzt, wo Google+ geschlossen wird, will ich meine dreckige Wäsche waschen, wie schlimm das Projekt und das Führungsteam war", schreibt Knutson zu Beginn seiner Twitter-Tirade. Er sei immer noch "angepisst", dass man ihn mit dem Versprechen geholt habe, an Googles Browser Chrome zu arbeiten "und mich dann am ersten Tag an dieses gottverdammte Stück Scheiße gesetzt hat". 

Nachtreten gegen den Chef

Kein gutes Haar lässt Knutson vor allem an seinem Ex-Chef Vic Gundotra, damals Vice President bei Google und verantwortlich für Google+. Obwohl Knutson das Redesign des Projekts verantwortet habe und in Sichtweite von Gundotras Glas-Büro gesessen habe, hätte der ihn acht Monate lang keines Wortes gewürdigt. "Vic sagte kein Wort zu mir. Kein Hallo. Kein Goodbye, oder Danke für Überstunden. Kein Händedruck. Kein Augenkontakt."

Obwohl Google+ bei den Nutzern nie durchstartete, habe Gundotra seine hohe Position im Unternehmen "aggressiv" genutzt, um Ressourcen für das ungeliebte Soziale Netzwerk zu bekommen. So seien Teams anderer Abteilungen bei Gmail oder Android mit massiven Boni geködert worden, um Zeit darauf zu verwenden, Features von Google+ zu integrieren. "Eine Scheißmenge Geld, um ein Produkt mit aufgeblähtem Müll zu ruinieren, den keiner haben will", so Knutsons Urteil.

Auch wenn Knutsons Kritik nur die Einzelmeinung eines nicht besonders lange beschäftigten Mitarbeiters ist, hat die Twitter-Abrechnung eine Menge Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So bezeichnet die Techseite "Techcrunch" die Tweets als eine interessante Sicht eines Insiders darauf, warum Google+ ein solches Desaster geworden sei. Google hatte das nie erfolgreich gewordene Netzwerk vergangene Woche nach dem Bekanntwerden eines massiven Datenlecks geschlossen.

bak
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