Grundnahrungsmittel Preise im Supermarkt purzeln


Laut einer Studie fallen die Preise der 50 meistverkauften Güter im Rekordtempo. Milch, Obst und Benzin kosten deutlich weniger als im Vorjahr. Durch den Preisverfall werden besonders Durchschnittsverdiener entlastet. Doch auch andere Produkte werden günstiger.

Die Preise für Waren des täglichen Bedarfs fallen einer Studie zufolge in Rekordtempo. Die 50 meistgekauften Güter wie Milch, Obst, Schokolade und Benzin kosteten zur Jahresmitte drei Prozent weniger als vor einem Jahr, wie das Forschungszentrum für Wirtschaftsstatistik der Schweizer Universität Fribourg herausfand. "In Deutschland bröckeln die Preise auf breiter Front - und so schnell wie noch nie", sagte Statistikprofessor Hans Wolfgang Brachinger am Sonntag.

Seit 1996, als dieser Portemonnaie-Index erstmals berechnet wurde, seien die Preise für die meistgekauften Güter im Schnitt hingegen um 2,5 Prozent gestiegen. Der Rückgang erkläre, warum der private Konsum trotz der schwersten Rezession der Nachkriegszeit gewachsen sei. "Die Deutschen spüren bei ihren täglichen Einkäufen eine Entlastung", sagte Brachinger. Das mache sich besonders bei Gering- und Durchschnittsverdienern bemerkbar, da sie einen besonders hohen Anteil ihres Einkommens für Waren des täglichen Bedarfs ausgäben. "Die Sparneigung nimmt deshalb ab."

Da Grundnahrungsmittel wie Wurst oder frisches Gemüse regelmäßig gekauft würden, falle den Verbrauchern der Preisrückgang besonders stark auf. "Diese beinahe tägliche Erfahrung führt dazu, dass sie auch für die nähere Zukunft nicht mit Kaufkraftverlusten rechnen", sagte Brachinger. Das hebe die Konsumlaune.

Brachinger ermittelte auch bei den 50 am seltensten gekauften Gütern - dazu zählen unter anderem Fernseher, Skier, Camcorder und Pkw-Reifen - einen Preisrückgang. Er fiel mit 0,7 Prozent aber etwas geringer aus als im langjährigen Durchschnitt. Die offizielle Teuerungsrate war im Mai erstmals seit rund 22 Jahren auf null Prozent gefallen, während sie im Juni bei plus 0,1 Prozent lag. Grund waren fallende Öl- und Lebensmittelpreise im Gefolge der weltweiten Rezession.

Das Statistische Bundesamt erfasst nicht nur Waren des täglichen Bedarfs, sondern auch andere Kosten für die Lebenshaltung - darunter Mieten, Urlaubsreisen und Gesundheitspflege.

Reuters Reuters

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