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Handyhersteller: Benq wird abgewickelt

Es ist offiziell: Der insolvente Handyhersteller Benq Mobile steht vor dem Räumungsverkauf, der Insolvenzverwalter sieht keine Chance mehr auf Rettung. Damit ist auch das Ende für die 3000 Arbeitsstellen des Unternehmens besiegelt.

Der insolvente Handy-Hersteller BenQ Mobile wird endgültig abgewickelt. Eine Sprecherin des Insolvenzverwalters Martin Prager bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung". "Es gibt keine realistische Chance mehr auf eine Gesamtverwertung", sagte sie. Der letzte Interessent für die frühere Siemens-Tochter sei abgesprungen. Nähere Details gab sie nicht bekannt.

Dem Bericht zufolge erhielt Prager vom Gläubigerausschuss die Genehmigung, BenQ in seinen Einzelteilen zu verwerten. Die Zerschlagung und der Ausverkauf stünden unmittelbar bevor, zitierte die "SZ" aus Ausschusskreisen. Fast alle der einst 3.000 Arbeitsplätze in den drei Standorten in München und Nordrhein-Westfalen sind demnach verloren. Von den Werkshallen bis zu den Schreibtischen solle alles verkauft werden.

Die Gläubiger werden wohl trotzdem große Verluste machen: Laut Insolvenzgutachten stehen einem geschätzten Vermögen von 310 Millionen Euro Verbindlichkeiten von 883 Millionen Euro gegenüber, wie das Blatt schreibt. In Betriebsratskreisen war die Abwicklung zunächst nicht bekannt. Ein Mitglied des Gremiums zeigte sich aber "nicht überrascht" von der Entwicklung. Zuletzt gab es immer weniger Hoffnung für BenQ. Der letzte öffentlich bekannte Übernahmeinteressent, das Hamburger Computerunternehmen Bacoc, sprang Anfang Februar ab.

Von den etwa 3.000 Mitarbeitern haben inzwischen rund 550 neue Stellen gefunden. Die übrigen erhalten bis Ende des Jahres ihren Lohn von einer Transfergesellschaft, die zum Großteil vom früheren Besitzer Siemens finanziert wird. Der BenQ-Konzern in Taiwan hatte das hohe Verluste schreibende Handy-Geschäft Mitte 2005 von Siemens übernommen, aber im September 2006 Insolvenz angemeldet.

AP / AP
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