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Hochtief-Übernahmekampf Bafin genehmigt spanisches Angebot


Der Aktienkurs von Hochtief befand sich auf Talfahrt. Gegen das Übernahmeangebot des spanischen Infrastrukturkonzerns ACS habe die Wertpapieraufsicht Bedenken, hieß es in Medienberichten. Doch am Montagabend erlaubte die Bafin das Übernahmeangebot.

Der Kampf um die Zukunft des größten deutschen Baukonzerns Hochtief geht in die Schlussphase. Die deutsche Wertpapieraufsicht Bafin gestattete am Montagabend das Übernahmeangebot des Infrastrukturkonzerns ACS für den Baukonzern. Die Angebotsunterlage entspreche den gesetzlichen Anforderungen, teilte die Bafin am Montagabend mit. Zuvor hatte ein Medienbericht über Bedenken des Kontrollgremiums gegen die ACS-Pläne den Hochtief-Aktienkurs spürbar sinken lassen. Die Aktie verlor zeitweise mehr als fünf Prozent an Wert. Die Bafin erklärte, das ACS-Angebot verstoße nicht gegen übernahmerechtliche Vorschriften. Allerdings habe die Behörde von ACS erhebliche Nachbesserungen verlangt. So habe der Bafin die von ACS vorgesehene Verwendung von Aktien, die über Wertpapierdarlehen erst noch beschafft werden sollten, als nicht ausreichend für die Sicherstellung der Gegenleistung eingestuft und stattdessen einen Kapitalerhöhungsbeschluss gefordert. Zudem habe die Bafin Risiken für die annehmenden Aktionäre aus der Kapitalerhöhung soweit wie möglich reduziert. ACS habe am Montag eine Angebotsunterlage mit den verlangten Nachbesserungen erbracht, weshalb die Bafin dem Antrag des Unternehmens stattgegeben habe.

Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, der Bafin seien schwerwiegende Bedenken gegen das Geschäft gekommen. Schließlich werde sich in Spanien in Kürze ein Gericht mit dem Verdacht von Bilanzfälschungen bei ACS beschäftigen. Außerdem hätten spanische Aktionärsschützer gegen die vom Baukonzern für den Hochtief-Kauf beschlossene Kapitalerhöhung geklagt. Die spanische ACS-Gruppe - bisher schon größter Aktionär bei Hochtief - will die Mehrheit bei dem deutschen Baukonzern übernehmen.

Rückschlag für Hochtief in Australien

Hochtief selbst erlitt unterdessen bei seinen eigenen Verteidigungsbemühungen einen weiteren Rückschlag. Denn die australische Übernahmekommission, das sogenannte Takeovers Panel, lehnte am Montag auch einen Berufungsantrag des Essener Konzerns ab, ACS zu einem eigenen Übernahmeangebot für die australische Hochtief-Tocher Leighton zu verpflichten. Dies hätte die Übernahme für ACS um mehrere Milliarden Euro verteuern und damit möglicherweise unfinanzierbar machen können.

Das Takeovers Panel sah keine ausreichenden Belege für die Behauptung von Hochtief, das Kaufangebot für das deutsche Unternehmen sei nur ein Trick, mit dem ACS in erster Linie die Kontrolle über Leighton erhalten wolle, wie es am Montag in einer Erklärung mitteilte. Das vorliegende Material zeige, dass es ACS vorrangig darum gehe, Hochtief in der eigenen Bilanz konsolidieren zu können und gleichzeitig den Auslandsanteil des eigenen Geschäfts zu erhöhen, urteilte die Kommission. ACS habe sich außerdem bereits bereit erklärt, in Bezug auf die Unabhängigkeit von Leighton ähnliche Abmachungen zu treffen wie Hochtief. Es gebe deshalb aus australischer Sicht keinen Grund, das Übernahmeangebot für unakzeptabel zu erklären.

swd/DAPD dapd

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