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Hoffnung an der Börse: Credit Suisse überrascht mit Milliarden-Gewinn

Neue Zahlen lassen die Börsianer auf ein Ende der Bankenkrise hoffen: Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat im ersten Quartal des Jahres mit einem hohen Gewinn überrascht. Analysten erwarten auch für die Deutsche Bank nach den jüngsten Rekordverlusten wieder gute Zahlen.

Mit einem Reingewinn von zwei Milliarden Franken (1,3 Milliarden Euro) im ersten Quartal ist die Schweizer Großbank Credit Suisse überraschend gut ins Jahr 2009 gestartet. Analysten hatten lediglich einen halb so hohen Gewinn erwartet. Die Bank schloss damit an eine Entwicklung an, die sich bereits bei einer Reihe von amerikanischen Investmentbanken gezeigt hatte und die für Hoffnung an den Börsen sorgt. Nach Bekanntwerden der Zahlen schoss die Aktie von Credit Suisse um rund sieben Prozent nach oben. Zudem befügelten die Quartalszahlen des Schweizer Instituts auch andere Bank-Aktien.

Im Gegensatz zu anderen Banken nahm Credit Suisse die erleichterten Abschreibungsregeln für illiquid gewordene Wertpapiere nicht in Anspruch und schrieb im Auftaktquartal auf seine Geschäftshypotheken noch einmal 1,4 Milliarden Franken ab. Im Investmentbanking erreichte der Konzern aber dennoch einen Vorsteuergewinn von 2,4 Milliarden Franken. Vor einem Jahr hatte Credit Suisse in dieser Sparte einen Verlust von 3,4 Milliarden hinnehmen müssen. Auch beim Handelsergebnis fiel ein Milliardengewinn statt eines Verlustes an.

Ob die positive Entwicklung für den Rest des Jahres anhalten wird, wollte Renato Fassbind, Finanzchef der Credit Suisse, nicht voraussagen. Die Bank gibt keine Prognose ab. Aber die Marktbedingungen würden sich bisher im zweiten Quartal nicht wesentlich von denen des ersten Quartals unterscheiden, sagte Fassbind. Konzernchef Brady Dougang erklärte, die Bank wolle weiterhin vorsichtig agieren. Schwankende Märkte oder gar Marktverwerfungen seien nicht auszuschließen.

Mit den guten Zahlen der Credit Suisse steigen auch die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Branche ingesamt. In den vergangenen Wochen hatten in den USA schon die Citigroup, Goldman Sachs, Wells Fargo und JP Morgan mit hohen Milliardengewinnen überrascht. Und auch die Deutsche Bank ist nach Schätzungen von Analysten nach dem Rekordverlust 2008 im ersten Quartal des Jahres in die Gewinnzone zurückgekehrt. Hauptgrund dürfte ein starker Zuwachs im Investmentbanking und hier insbesondere im Wertpapiergeschäft sein. Experten erwarten im Schnitt einen Überschuss von knapp 800 Millionen Euro.

Die Aktienmärkte profitierten von den Zahlen von Credit Suisse. Der Dax, am Morgen noch mit mehr als einem Prozent im Minus, notierte nach der Meldung gegen Mittag nur noch 0,3 Prozent schwächer.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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