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HSH-Nordbank-Chef: Länder dementieren Nonnenmacher-Rauswurf

Nonnenmacher wackelt, aber er ist offenbar noch nicht gefallen: Die Eignerländer Hamburg und Schleswig-Holstein haben Berichte über eine bereits vereinbarte Abberufung des HSH-Nordbank-Chefs zurückgewiesen: "Es gibt keine Beschlüsse dazu."

Die beiden Eignerländer der krisengeschüttelten HSH Nordbank haben sich nach eigener Aussage noch nicht auf eine Abberufung des umstrittenen Vorstandschefs Dirk Jens Nonnenmacher festgelegt. "Es gibt keine Beschlüsse dazu", dementierte der schleswig-holsteinische Regierungssprecher Knut Peters am Montag einen Medienbericht von "Spiegel Online". Auch aus der Kieler Staatskanzlei hieß es, der Bericht sei "nicht zutreffend". Hamburgs Senatssprecherin Kristin Breuer erklärte ebenfalls, in der Hansestadt lägen wie in Kiel "keine Beschlüsse" vor.

"Spiegel Online" hatte berichtet, die beiden Haupteigner hätten sich auf Nonnenmachers Abberufung geeinigt. Es fehle nur noch eine Zustimmung des Aufsichtsrats der Bank. Aufsichtsratschef Hilmar Kopper solle beauftragt werden, einen Nachfolger für Nonnenmacher zu suchen. Sollte Kopper dies verweigern, solle der Rauswurf in einer außerordentlichen Hauptversammlung durchgesetzt werden.

HSH-Nordbank-Chef will künftig schweigen

Nonnenmacher steht seit Monaten in der Kritik - zunächst wegen umstrittener Finanzgeschäfte, die vorübergehend die Existenz der Bank bedrohten, und nun wegen einer Spitzelaffäre, in der mehrere Staatsanwaltschaften ermitteln. Die beiden Länder hatten die durch Fehlspekulationen in Schieflage geratene Landesbank mit drei Milliarden Euro vor dem Aus gerettet und halten seither zusammen 85,5 Prozent an ihr.

Noch am Montagvormittag kündigte Nonnenmacher an, sich künftig nicht mehr zu den sogenannten Bespitzelungsaffären und Abhörskandalen zu äußern - weder öffentlich noch in nichtöffentlichen Sitzungen. Er habe dies seinem Mandanten geraten, sagte Nonnenmachers Rechtsbeistand Professor Heinz Wagner kurz nach Beginn einer Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur HSH Nordbank.

Die kleinen Koalitionspartner der CDU, die FDP in Kiel und die Grünen in Hamburg, fordern die fristlose Entlassung, weil Nonnenmacher kein Vertrauen mehr genieße und Schaden von der Bank abgewendet werden müsse. Bislang hat Nonnenmacher den Rückhalt des Aufsichtsrats.

mad/dho/DAPD/DPA/Reuters / DPA / Reuters