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Lieber Gefängnis als Plastik Bioladen-Besitzerin geht für Holzlöffel in den Knast

Lieber Gefängnis als Plastik: Bioladen-Besitzerin geht für Holzlöffel in den Knast
© Colourbox.de
Das Gesundheitsamt forderte Kunststofflöffel, doch eine Bioladen-Betreiberin in Österreich bestand auf ihre Holzutensilien. Dafür geht sie nun ins Gefängnis - und zwar aus Überzeugung.

In Deutschland ist Ushij Matzer wohl eher unbekannt, aber in Österreich gilt sie als Bio-Pionierin. Der Bio-Laden, den sie vor 35 Jahren eröffnete, soll der älteste des Landes sein. Wie österreichische Medien berichten hat Ushij Matzer nun aber Ärger mit den Behörden am Hals.

Die verlangen unter anderem, dass Matzer künftig auf ihre geliebten Holzlöffel und -bretter verzichtet. Stattdessen soll sie aus hygienischen Gründen Kunststoff benutzen, weil sich das leichter desinfizieren lässt. Für Matzer, die auch Kindergärten mit ihren Produkten beliefert, ist das aber nicht akzeptabel. Sie hält nämlich ihrerseits den Kunststoffkram für ungesund, weil Plastik-Abrieb im Essen landen könnte: "Ich kann ja nicht den Knirpsen Essen servieren, in dem eventuell Plastik drinnen ist", sagte sie laut der österreichischen Agentur APA.

Lieber Gefängnis als Strafe zahlen

Für die Missachtung der Hygienevorschriften sollte Matzer ursprünglich eine Verwaltungsstrafe von 550 Euro zahlen. Die will sie aber aus Prinzip nicht begleichen. Stattdessen geht die Bio-Revoluzzerin lieber ins Gefängnis: Sie hat angekündigt aus Protest die Ersatzfreiheitsstrafe von zweieinhalb Tagen abzusitzen.

Die Wirtschaftskammer Steiermark, der die bürokratischen Hürden ebenfalls ein Dorn im Auge sind, hat sich bereits mit Matzer solidarisiert. "Ich setze mich liebend gerne mit Frau Matzer die zwei Tage ins Gefängnis, sogar mit Liveübertragung, um die Symbolik zu unterstreichen", sagte Kammerpräsident Josef Herk laut APA.

Moralische Unterstützung kommt auch in Form von zahlreichen Kommentaren auf ihrer Homepage www.bio-laden.at. Matzer hat darunter gepostet: "Herzlichen Dank an Alle und ich hoffe, dass mehr Menschen den Mut finden, sich zu wehren, wenn es um ihre Grundrechte auf gesunde Ernährung und Freiheit im Denken geht."

Daniel Bakir

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