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Hypo Real Estate: Bundesregierung verhindert noch höhere Boni

Die Empörung ist groß: Mitarbeiter der maroden Hypo Real Estate sollen für das Jahr 2009 üppige Bonuszahlungen einstreichen, obwohl die Bank Verluste machte. Jetzt sickert durch: Sie sollten ursprünglich sogar noch mehr Geld bekommen. Doch die Bundesregierung schritt ein.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass die verstaatlichte Krisenbank Hypo Real Estate Boni ihren Mitarbeitern Boni in Höhe von 25 Millionen Euro gezahlt hat, weil diese auf alten Zusagen verwiesen hatten und mit Klagen drohten. Der öffentliche Aufschrei war groß, doch jetzt wurde bekannt, dass die Bundesregierung noch erheblich höhere Bonuszahlungen für Mitarbeiter der verstaatlichen Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) verhindert hat. Das berichtet das "Handelsblatt".

Der HRE-Vorstand habe ursprünglich Sonderprämien von 35 Millionen Euro anvisiert, berichtet die Zeitung unter Berufung auf HRE-Kreise. Der Bund habe dann aber zusammen mit dem Rettungsfonds Soffin eine Kappung der Bonuszahlungen auf 25 Millionen Euro durchgesetzt. Nach mehreren Gesprächen habe man sich "auf ein Minimum an Sonderzahlungen" verständigt.

Boni im Aufsichtsrat nicht umstritten

Im Aufsichtsrat waren die Bonuszahlungen dem Bericht zufolge unumstritten. "Der Aufsichtsrat hat sich sehr nachhaltig dafür verwendet", hieß es. Bereits im Juni habe es grundsätzlich grünes Licht für die Zahlungen gegeben. Die SPD-Fraktion im Bundestag will nach Angaben des Online-Dienstes der Zeitung nun im Finanzausschuss HRE-Chefin Manuela Better zu dem Thema befragen.

Gegen die Bonuszahlungen hat es aus allen Parteien, auch aus den Reihen der Regierung, heftige Kritik gegeben. Das Finanzministerium verteidigte die Einmalzahlungen damit, sie seien notwendig gewesen, um Mitarbeiter in der Bank zu halten. Auch für das laufende Jahr plant die verstaatlichte HRE, die immer noch tiefrote Zahlen schreibt, trotz der massiven Kritik an den Bonuszahlungen ein variables Vergütungssystem für die rund 1400 Beschäftigten.

Die HRE stand in der Finanzkrise vor dem Aus und musste mit staatlichen Hilfen und Garantien von fast 150 Milliarden Euro gerettet werden. Im Jahr 2009 - für das die Zahlungen geleistet wurden - verbuchte sie 2,2 Milliarden Euro Verlust vor Steuern.

DPA/Reuters/fo / DPA / Reuters