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Recycling-Idee: Ikea stopft Kissen mit geschredderten Katalogen

Berge an Papiermüll, größtenteils Kataloge – wer kennt das nicht? Ikea in Belgien nimmt seinen Kunden jetzt alte Kataloge ab, schreddert sie - und befüllt mit den Papierschnipseln Kissen.

Ein Ikea-Katalog, ein Schredder, ein Kissen

So soll das neue Ikea-Kissen aussehen. 

Hatten sie ihn vor kurzem auch im Briefkasten? Genau, der neue Ikea-Katalog ist da. Wieder entstehen Berge von Altpapier, wenn der alte in den Müll oder auf den Muss-ich-irgendwann-zum-Container-bringen-Stapel landet. Der Punkt Nachhaltigkeit ist hier durchaus ausbaufähig. In Belgien will Ikea Abhilfe schaffen und befüllt künftig ein Kissen mit geschredderten Katalogen.

Ikea-Katalog hat höhere Auflage als die Bibel

Wer am 12. September in Belgien unterwegs ist, kann seine alten Ikea-Kataloge in irgendeiner Filiale abgeben. Von dort nehmen sie den Weg durch den Schredder in das neue Kissen "KÜSS", entworfen von Charles Kaisin, einem Belgier der sich auf zeitgenössisches Design mit recycelten Materialen spezialisiert hat. Das Muster auf dem Kissen ist an die Form des Cellulose-Moleküls angelehnt, dem Hauptbestandteil von Papier. Bei diesem Kissen handelt es sich um eine Sonderedition. Lediglich 6000 Stück werden angefertigt und kostenlos an alle Ikea-Kunden verteilt. Natürlich nur, solange der Vorrat reicht. 

Weltweit werden jedes Jahr rund 220 Millionen Ikea-Kataloge gedruckt, die jährliche Auflage ist also doppelt so hoch wie die der Bibel. In einem Promo-Video für den schwedischen Möbelhersteller hat der deutsche Literaturkritiker Hellmuth Karasek vor kurzem die aktuelle Ausgabe rezensiert. In Deutschland ist eine solche Aktion nicht geplant, erklärt Ikea auf Nachfrage – aber wer den alten Katalog beim nächsten Einkauf mit ins Möbelhaus nimmt, kann ihn dort zum recyceln abgeben. 

Ikea in Deutschland boomt durch Flüchtlingsheime

Über den Absatz auf dem deutschen Markt kann Ikea sich derzeit nicht beklagen. Der Bedarf an Möbeln um Flüchtlingsunterkünfte auszustatten ist drastisch gestiegen, zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" die amerikanische Tageszeitung Financial Times. Karitative Unternehmen und Kommunen hatten regelrechte Massenbestellungen aufgegeben - und die Logistik der deutschen Ikea-Filialen zwischenzeitlich an die Grenze gebracht. 

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