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INDUSTRIE: RWE will sich von Hochtief trennen

Der Energiekonzern verringert seine Beteiligung am Baukonzern und will sich langfristig ganz davon trennen. Das Ziel ist die Konzentration aufs Kerngeschäft.

Der Energiekonzern RWE hat den ersten Schritt zur Trennung von Deutschlands größtem Baukonzern Hochtief vollzogen. Wie RWE mitteilte, wird der Anteil an Hochtief verringert und das Unternehmen zum 1. Januar 2002 nur noch als Finanzbeteiligung in die Bilanz einbezogen. Im Rahmen der Konzentration auf das Kerngeschäft Energie und Umwelt geht RWE damit den ersten Schritt zur angekündigten mittelfristigen Trennung von Hochtief.

Direktanteil unter 40 % senken

Die RWE AG hält nach eigenen Angaben 62,28 Prozent der Hochtief-Aktien, davon 45,64 Prozent im direkten Besitz. 16,64 Prozent werden indirekt über die Francommerz gehalten, an der RWE zu 60 Prozent beteiligt ist. Weitere Gesellschafter sind die Allianz, die Commerzbank und die Münchener Rück. RWE will seinen Direktanteil auf unter 40 Prozent senken und darüber hinaus die Mehrheit an der Francommerz abgeben.

Damit sind die Voraussetzungen für eine Vollkonsolidierung des Bauunternehmens nicht mehr gegeben, erklärte RWE. In der Bilanz wird Hochtief künftig unter der Position Finanzanlagen ausgewiesen. In der Gewinn- und Verlustrechnung ist dann ausschließlich das anteilige, auf RWE entfallende Ergebnis im Beteiligungsergebnis enthalten.

Von Bau-Krise betroffen

Die Krise auf dem deutschen Baumarkt hatte Deutschlands größtem Baukonzern in den ersten neun Monaten 2001 rote Zahlen beschert. Hochtief verbuchte einen Konzernverlust von 59 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte er noch einen Gewinn von 16,7 Millionen Euro ausgewiesen.

Weitere Verkäufe geplant

RWE hatte in der Vergangenheit angekündigt, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und dort auch weitere Zukäufe nicht ausgeschlossen. Konzernchef Dietmar Kuhnt hatte erklärt, dass der Konzern bereit ist, den Weltmarktführer Heidelberger Druckmaschinen und Deutschlands größten Baukonzern Hochtief zu verkaufen, wenn er die frei werdenden Mittel für die Expansion in seinen Kerngeschäftsfeldern benötigt.

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