Insolvenz Tausende Fluggäste sitzen fest


Die Ferienfluglinie Aero Lloyd ist insolvent. Seit 6.00 Uhr sei der Flugbetrieb der Airline komplett eingestellt, teilte das Unternehmen am Morgen mit. Rund 8500 Fluggäste im In- und Ausland sitzen zunächst fest.

Die Charterfluggesellschaft Aero Lloyd meldet am heutigen Donnerstag beim Bad Homburger Amtsgericht Insolvenz an. Das teilte die in Oberursel im Taunus ansässige Airline in einer Presseerklärung mit. Demnach lehnt die Bayerische Landesbank das vorgelegte Sanierungskonzept ab.

Der Flugbetrieb von Aero Lloyd wurde bereits um 06.00 Uhr eingestellt. Mehrere Tausend Touristen mussten kurzfristig auf andere Gesellschaften umbuchen oder ihre Reise verschieben. Rund 8500 Fluggäste im In- und Ausland sitzen zunächst fest. Der Reisekonzern TUI hat bereits zwei Maschinen der LTU unter Vertrag genommen, die einen Großteil der 500 für Donnerstag gebuchten Touristen in ihre Zielgebiete in Griechenland und Ägypten bringen sollen. Etwa 800 Reisende sitzen in den beiden Ländern auf ihren Koffern, um nach Deutschland zurückzukehren.

Bayerische Landesbank verweigert Kredit

In der per Fax übermittelten Erklärung heißt es: "Trotz eines umfangreichen, auf drei Jahre angelegten Sanierungs- und Restrukturierungskonzepts der seit 1. Juni dieses Jahres tätigen neuen Aero-Lloyd-Geschäftsführung hat die Bayerische Landesbank als Mehrheitsgesellschafter und größter Kreditgeber jetzt entschieden, die notwendigen Kapitalmaßnahmen zur Sanierung der Bilanzsituation der Aero Lloyd nicht vorzunehmen." Damit werde zwingend der Insolvenzfall ausgelöst.

Der Sanierungsplan hatte nach Angaben des Unternehmens eine positive Fortführungsprognose mit Gewinnen in absehbarer Zeit. Voraussetzung sei allerdings die Sanierung der bilanziellen Altlasten gewesen.

Aero Lloyd hat nach eigenen Angaben etwa 1.400 Beschäftigte und verfügt über 21 moderne Airbus-Flugzeuge. Die Airline flog rund 60 Ferienziele in 13 Ländern an.


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