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Konjunkturkrise: US-Wirtschaft bricht dramatisch ein

Damit hatten selbst pessimistische Analysten nicht gerechnet: Das Bruttoinlandsprodukt in den USA ist im Sog der Finanzkrise im letzten Quartal 2008 um 6,2 Prozent abgestürzt. Anzeichen für eine schnelle Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft sehen Experten zurzeit nicht.

Die USA stecken viel tiefer in der Rezession als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt ist auf das Jahr hochgerechneten im vierten Quartal 2008 um 6,2 Prozent geschrumpft, teilte das US-Handelsministerium am Freitag in seiner zweiten Schätzung mit. Das ist der stärkste Rückgang seit Anfang 1982. Er übertrifft sogar die pessimistischen Prognosen der Analysten, die ein Minus von 5,4 Prozent erwartet hatten.

Das Ministerium hatte in einer ersten Schätzung Ende Januar noch ein Minus von 3,8 Prozent verkündet. Im dritten Quartal war die Wirtschaftsleistung der größten Volkswirtschaft der Welt lediglich um 0,5 Prozent zurückgegangen. Grund für den Einbruch am Jahresende waren stark sinkende Konsumausgaben und Exporte. Die Verbraucher schränkten ihre Ausgaben um 4,3 Prozent ein. Die Exporte brachen sogar um 23,6 Prozent ein. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt 1971.

Analysten zeigten sich bestürzt über die rasante Talfahrt der weltgrößten Volkswirtschaft. "Die Zahlen sind schrecklich", sagte ein Experte von Tempus Consulting. "Wo man auch hinschaut: Es sieht schlimm aus", hieß es von GFT Forex.

Eine schnelle Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft ist Fachleuten zufolge nicht in Sicht. "Die USA befinden sich in der schärfsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, vermutlich seit den frühen Dreißigern", erklärte Helaba-Experte Ulrich Wortberg. "Anzeichen für eine konjunkturelle Belebung gibt es bislang nicht." Es bleibe zu hoffen, dass ab dem zweiten Quartal das massive US-Konjunkturpaket greife und wenigstens für eine Stabilisierung der Wirtschaftsleistung sorge, sagte Postbank-Analyst Heinrich Bayer.

Verglichen mit den anderen beiden großen Industriestaaten Japan und Deutschland stehen die USA mit ihrem BIP-Einbruch aber fast noch gut da. In Japan brach das Bruttoinlandsprodukt am Jahresende mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von gut 13 Prozent ein, in Deutschland um 8,4 Prozent.

Die USA stecken seit Dezember 2007 in der Rezession. Im Kampf gegen den Abschwung hatte die US-Notenbank Fed den Leitzins im Dezember auf eine historisch niedrige Spanne von null bis 0,25 Prozent gesenkt.

DPA/Reuters/AP / AP / DPA / Reuters
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