HOME

KONKURS: Kaufring stellt Involvenzantrag

Da ein Sanierungskonzept in letzter Minute scheiterte, musste das seit Jahren mit hohen Verlusten kämpfende Handelsunternehmen aufgeben. Betroffen sind 760 Mitarbeiter.

Wie bereits vergangene Woche angekündigt, hat die defizitäre Kaufring AG beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenzantrag gestellt. Bereits am vergangenen Freitag hatte Kaufring mitgeteilt, dass ein Sanierungskonzept in letzter Minute gescheitert ist. Betroffen von der Insolvenz sind nach Firmenangaben 760 Mitarbeiter an den Standorten Düsseldorf und Krefeld. Unklar ist, ob bei den Einzelhandelstöchtern mit 1.100 Mitarbeitern eine Insolvenz abgewendet werden kann. Der Sanierungsplan sah unter anderem die komplette Kaufring-Entschuldung durch den Verkauf der Immobilien in Düsseldorf vor. Diese Veräußerung gelang aber nicht.

Immobilienverkauf half kurzfristig

Für 2001 erwartet Kaufring nach eigenen Angaben operative Verluste von 35 Millionen Mark. Damit werde sich ein Verlust in Höhe von mindestens der Hälfte des Grundkapitals ergeben. Für das erste Halbjahr 2001 hatte Kaufring Ende August einen auf 19,3 (Vorjahr 16,5) Millionen Mark gestiegenen Fehlbetrag ausgewiesen. 2000 erzielte der Konzern bei einem Geschäftsvolumen von 1,8 (2,6) Milliarden Mark Umsatzerlöse von 0,641 (1,1) Milliarden Mark. Aufgrund von Immobilienverkäufen, die 130 Millionen Mark in die Kassen spülten, war das Ergebnis mit 39,5 (minus 258) Millionen Mark positiv ausgefallen.

Auch Neuausrichtung brachte nichts

Im Zuge des seit 1999 laufenden Restrukturierungsprogramms hatte sich der Konzern weitgehend von seinen Aktivitäten im Einzelhandel und von rund der Hälfte seiner Mitarbeiter getrennt. Ziel war, zum »schlanken Dienstleiter« mit dem Kerngeschäft Großhandel zu avancieren. Die im Sommer beschlossene Fusion der Großhandelsbereiche der Kaufring AG und der EK Großeinkauf eG in Bielefeld scheiterte. Ursprünglich sollte das gemeinsame Unternehmen mit einem Geschäftsvolumen von vier Milliarden Mark zum 1. Januar 2002 gegründet werden.