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Konsumklima: Verbraucher gehen mit Sorge ins Weihnachts-Shopping

Wenige Wochen vor Heiligabend drückt die Angst vor Arbeitsplatzverlusten auf die Stimmung der Verbraucher. Konsumforschern zufolge fürchten viele, künftig weniger Geld zur Verfügung zu habe. Das Weihnachtsgeschäft dürfte dennoch passabel laufen.

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich zum Jahresende hin weiter abgekühlt. Zwar zeigen sich die Bürger rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft durchaus in Kauflaune; dagegen sind sie skeptisch, was die Aussichten für die Konjunktur betrifft. Das berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch in Nürnberg. Grund dafür sei die zunehmende Angst vor Arbeitslosigkeit.

Für Dezember hat die GfK einen Konsumklima-Wert von 3,7 Punkten errechnet, das sind 0,3 Punkte weniger im November. Trotz des zweiten Rückgangs in Folge bleibe der private Konsum in diesem Jahr aber eine wesentliche Stütze der Konjunktur, denn bei den Investitionen sowie den Exporten werde am Jahresende ein dickes Minus stehen.

Konsumneigung bleibt stabil

Die GfK rechnet dennoch mit einem guten Weihnachtsgeschäft. Die Konsumneigung sei stabil, und der Handel dürfte die Kunden mit attraktiven Angeboten locken, hieß es. Auch die Lust auf größere Anschaffungen ist den Verbrauchern nicht ausgegangen: Der Indikator legte sogar leicht auf 26,3 Punkte zu. "Das Auslaufen der Abwrackprämie im September dieses Jahres beeinträchtigt offenbar die Konsumneigung nicht nachhaltig", schrieben die Experten. "Dazu trägt sicherlich auch bei, dass die Autohändler derzeit versuchen, die Kauflust der Verbraucher mit verstärkten Rabatten aufrecht zu erhalten."

Skeptisch beurteilen die Konsumenten laut GfK dagegen die weitere Entwicklung der Konjunktur. Nach einem Anstieg über sieben Monate hinweg büßte der Indikator für die Konjunkturerwartungen im November erstmals wieder knapp acht Punkte ein. Dabei spielt der zu erwartende deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit die Hauptrolle: Im Jahr 2010 wird mit durchschnittlich etwa vier Millionen Arbeitslosen gerechnet, das wären 600.000 mehr als in diesem Jahr.

Reuters/AP / AP / Reuters