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Konzernumbau: Allianz streicht tausende Arbeitsplätze

Der Finanzkonzern Allianz streicht im Zuge einer Neustrukturierung bei seinen deutschen Versicherern und der Dresdner Bank mehr als 7000 Arbeitsplätze. Das Unternehmen erhofft sich, knapp eine Milliarde Euro einzusparen.

Im Rahmen der Zusammenführung der bisher getrennten drei Versicherer im Inland fielen bei der neuen Allianz Deutschland AG rund 5000 Stellen weg, teilte die Allianz am Donnerstag mit. Rund jeder zweite Verwaltungsstandort soll geschlossen werden. "Was wir heute auf den Weg bringen, ist die Basis für zukünftiges profitables Wachstum unserer Gesellschaften in Deutschland", sagte Allianz-Chef Michael Diekmann. Bei der immer noch zu ertragsschwachen Dresdner Bank fallen weitere 2480 Stellen weg.

Durch die Sparprogramme will der Allianz-Konzern seine Kosten um knapp eine Milliarde Euro senken. Allein der Stellenabbau im Versicherungsbereich, der Zentral- und Verwaltungsaufgaben betrifft, soll bis zu 600 Millionen Euro einsparen. Die künftige Allianz Deutschland als Verwaltungszentrale des Versicherungsgeschäfts im Inland ohne den bereits zusammengefassten Vertrieb der Bereiche Lebens-, Schaden- und Krankenversicherung soll dann rund 25.000 Mitarbeiter haben.

Arbeitsplatzabbau ohne Entlassungen

Der Umbau soll bis 2008 abgeschlossen sein. Die Arbeitsplätze sollen offenbar weitgehend ohne Entlassungen abgebaut werden, da die Allianz den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis zumindest Ende 2007 zugesagt hat. Allerdings müssen sich viele Beschäftigte auf räumliche Veränderungen einstellen, da die Allianz-Führung tiefe Einschnitte in das weit verzweigte Niederlassungsnetz plant: Die Zahl der Verwaltungsstandorte soll auf zehn von bisher 21 verringert werden.

Diekmann verteidigte den Umbau trotz der Milliardengewinne des Konzerns erneut. "Heute können wir dies aus einer Position der Stärke tun. Wer notwendige Maßnahmen auf die lange Bank schiebt, kommt später umso stärker unter Druck und muss dann deutlich drastischere Maßnahmen ergreifen", betonte er. Ziel sei es, alle Gesellschaften des Konzerns so zu positionieren, dass sie langfristig wettbewerbsfähig seien.

Reuters / Reuters