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Verluste in der Pandemie Klagewelle in den USA: US-Justizministerium schaltet sich in Milliardenstreit der Allianz ein

Logo der Allianz-Versicherung in München
Der Streit könne "erhebliche Auswirkungen auf künftige Finanzergebnisse" der Allianz haben, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns
© imageBROKER / MAL / Picture Alliance
Es wird ungemütlich für den Münchner Versicherungsriesen Allianz: Im Zuge einer Klagewelle von US-Investoren, die vom Konzern Schadensersatz für Milliardenverluste in der Pandemie fordern, hat sich nun auch das US-Justizministerium eingeschaltet.

Der Münchner Versicherungskonzern Allianz sieht sich in den USA mit einer Welle von Schadensersatzklagen konfrontiert – nach der US-Börsenaufsicht hat sich nun auch das US-Justizministerium (DOJ) eingeschaltet.

Die Kläger werfen dem zum Münchner Konzern gehörenden Vermögensverwalter Allianz Global Investors (AGI) coronabedingte Milliardenverluste vor. In der Folge stürzte die Allianz-Aktie an der Frankfurter Börse bis Montagmittag um sieben Prozent ab – Tiefststand seit Januar.

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Anleger sollen rund vier Milliarden Dollar verloren haben

Geklagt hatten unter anderem Beschäftigte der New Yorker U-Bahn, der Lehrer-Pensionsfonds im Bundesstaat Arkansas und die Gewerkschaft Teamsters. Dabei geht es konkret um zwei sogenannte Alpha Fonds der AGI, die 2020 erhebliche Verluste gemacht haben. Die Kläger werfen den AGI-Managern vor, nicht angemessen auf die Marktentwicklung in der frühen Phase der Corona-Pandemie reagiert zu haben. Laut Informationen der Nachrichtenagentur "Reuters" geht aus den Klageschriften hervor, dass die Anleger rund vier Milliarden US-Dollar verloren haben. Noch vor einem Jahr hatte die Allianz die Vorwürfe als "rechtlich und faktisch fehlerhaft" abgetan.

Die Einmischung des DOJ ändert die Situation jedoch. Der Allianz-Vorstand sei "zu dem Schluss gekommen, dass ein relevantes Risiko besteht, dass die mit den Structured Alpha Fonds verbundenen Angelegenheiten erhebliche Auswirkungen auf künftige Finanzergebnisse der Allianz Gruppe haben könnten", heißt es in einer Pressemitteilung des Konzerns. Nach eigenen Angaben kooperiert die Allianz vollumfänglich mit der Wertpapieraufsicht und dem US-Justizministerium und hat "umgehend eine eigene Überprüfung der Angelegenheit eingeleitet."

Allianz hat keine Rückstellungen gebildet – weil der Ausgang unklar sei

Bei der in Frankfurt sitzenden AGI handelt es sich um die kleinere der beiden Allianz-Vermögensverwaltungsgesellschaften – die US-Tochter Pimco ist deutlich größer. Dies erklärt auch, warum die Vermögensverwaltung der Allianz vergleichsweise ungeschoren durch das Krisenjahr 2020 gekommen ist – laut Geschäftsbericht liegt dies hauptsächlich an Pimco.

Die Allianz hat bislang keine Rückstellung für eventuelle Kosten der Rechtsstreitigkeiten gebildet. Es sei derzeit weder möglich, den Ausgang der Untersuchungen, Kosten für das Gerichtsverfahren, noch mögliche Strafzahlungen vorherzusagen.

Quellen: Pressemitteilung Allianz; Reuters; DPA

yks

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