Epstein-Fall Pflegte Ex-Prinz Andrew eine intime Beziehung zu Ghislaine Maxwell?

Andrew Mountbatten-Windsor
Immer wieder werden weitere pikante Informationen über Andrew Mountbatten-Windsor publik
© Doug Seeburg / Imago Images
Andrew Mountbatten-Windsor steht erneut im Fokus schwerer Vorwürfe. Neue Dokumente aus dem Epstein-Umfeld zeigen intime Nachrichten an Ghislaine Maxwell.

Tausende Epstein-E-Mails, die im Rahmen weiterer Freigaben durch das US-Justizministerium öffentlich wurden, legen nahe, dass der britische Royal Andrew Mountbatten-Windsor über Jahre hinweg einen engen persönlichen Kontakt zu Ghislaine Maxwell pflegte. Tonfall und Inhalt der Korrespondenz gehen dabei über ein rein freundschaftliches Verhältnis hinaus.

In mehreren Nachrichten verwenden Andrew und Maxwell eine auffallend vertraute Sprache; die "Daily Mail" veröffentlicht Teile dieser Mails. So schreibt Maxwell am 25. August 2002: "Ich werde dich vermissen. Ich liebe dich sehr. Gx." Andrew antwortet zwei Tage später: "Was auch immer – ich liebe dich und sehne mich danach, dich zu sehen, wenn entweder du oder ich im selben Teil der Welt sind." Er schließt mit den Worten: "Ganz viel Liebe und danke, A xxx."

Die Nachrichten stammen aus einer Zeit, in der Andrew bereits von seiner Ehefrau Sarah Ferguson getrennt lebte, zu ihr und den gemeinsamen Töchtern jedoch weiterhin im engen Kontakt stand. In einer weiteren E-Mail bittet er Maxwell darum, statt einer geplanten Reise in die USA Zeit mit seiner Familie zu verbringen: "Bitte gib mir deine Erlaubnis dafür, und mir ist dieses 'bessere Angebot'-Syndrom bewusst, aber in diesem Fall wäre es das nicht … glaube ich."

Maxwell nennt Andrew Mountbatten-Windsor "Süßer"

Maxwell reagiert verständnisvoll, zugleich emotional. Sie schreibt: "Andrew, Süßer – ich verstehe vollkommen, wenn du Zeit mit Sarah und den Kindern verbringen willst. Ich werde überhaupt nicht beleidigt sein – traurig, dich nicht zu sehen und keine Zeit mit dir zu verbringen." In einer weiteren Nachricht fügt sie hinzu, dass sie und mehrere andere Frauen dann eben "mit uns selbst spielen müssen".

Auch Jahre später bleibt der Ton der Korrespondenz vertraut. In einer Mail aus dem Jahr 2005 schreibt Andrew an Maxwell: "Dann bin ich bis Samstag oder Sonntag, wenn ich nach London zurückmuss, in deinen Händen – im wahrsten Sinne des Wortes." Er ergänzt: "Sag mir, ob das so in Ordnung ist. Ich liebe dich. A xxx."

Weitere E-Mails dokumentieren den regelmäßigen persönlichen Austausch auch in emotional belastenden Situationen. Nach dem Tod der Queen Mum wendet sich Maxwell tröstend an Andrew und nennt ihn "Sweet Pea". Er antwortet daraufhin: "Ich rufe dich später heute an, um ein bisschen zu plaudern."

Der Historiker Andrew Lownie, der sich in einer Biografie mit dem Umfeld des Herzogs von York befasst hat, bewertet die Beziehung deutlich. Er sagt: "Sie waren ein Liebespaar. Sie kennen sich seit Jahren. Es war eine sehr enge Beziehung."

Andrew hat wiederholt bestritten, eine enge persönliche Beziehung zu Maxwell unterhalten oder in kriminelle Aktivitäten im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein verwickelt gewesen zu sein. Die nun veröffentlichten E-Mails liefern keinen juristischen Beweis für eine intime Beziehung. Sie werfen jedoch erneut Fragen zur Art und Intensität des Kontakts auf und stellen frühere Behauptungen des Prinzen infrage.

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