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LUFTHANSA: Kranich-Carrier fliegt erstmals mit Verlust

Der Vorsteuergewinn war das erste Mal seit acht Jahren negativ und deshalb bekommen die Aktionäre für 2001 auch keine Dividende. Mayrhuber wurde Vize-Chef.

Die Deutsche Lufthansa hat 2001 den vorläufigen Geschäftszahlen zufolge die zuvor in Aussicht gestellte »schwarze Null« übertroffen und einen operativen Gewinn in Höhe von 20 Millionen Euro (2000: 1,04 Milliarden Euro) erwirtschaftet. Vor Steuern wies der Konzern jedoch wie erwartet erstmals seit 1993 einen Verlust aus. Der Konzernumsatz lag bereinigt um den veränderten Konsolidierungskreis knapp unter dem Vorjahresniveau von 15,2 Milliarden Euro. Die Zahlung einer Dividende ist Gegensatz zum Vorjahr (0,60 Euro je Aktie) nicht geplant.

Niedrige Gewinnerwartungen

Belastet von den Anschlägen am 11. September und der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage hatte die Fluggesellschaft ihre Gewinnerwartungen für 2001 bereits drastisch nach unten geschraubt. Konzernchef Jürgen Weber hielt jedoch stets an dem Ziel fest, operativ nicht in die Verlustzone zu rutschen. »Unser - angesichts der zweistelligen Milliardenverluste in unserer Branche äußerst ehrgeiziges Ziel - einen operativen Verlust zu vermeiden, haben wir damit erreicht«, kommentierte Weber. »Wir haben den richtigen Kurs gewählt, den wir beibehalten müssen, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen.«

Vorsteuerverlust ist bitter

Vor Steuern musste jedoch ein Verlust von 754 Millionen Euro verbucht werden, nachdem es im Vorjahr noch einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro gab. Als Gründe wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 500 Millionen Euro, Rückstellungen von 180 Millionen Euro für drohende Verluste im Bereich Catering sowie ein deutlich negativer Zinssaldo. Das Konzernergebnis wurde auf minus 591 (Vorjahr: plus 689) Millionen Euro beziffert. Unterdessen stieg der Umsatz wegen der Veränderung des Konsolidierungskreises unbereinigt um zehn Prozent auf 16,7 Milliarden Euro. Einzelheiten zum Jahresabschluss will das Unternehmen bei seiner Bilanzpressekonferenz am 25. April mitteilen.

Neuer Vize

In seiner Sitzung am Montag bestellte der Aufsichtsrat außerdem Wolfgang Mayrhuber, der bislang im Vorstand für den Bereich Passage zuständig war, zum 1. April zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Lufthansa AG.

Fallende Passagierzahlen

Die Lufthansa hatte vor einigen Wochen bereits mitgeteilt, dass ihre Passagierzahlen im vergangenen Jahr erstmals seit 1997 gefallen sind. Mit 45,7 Millionen Fluggästen flog die Linie 2,7 Prozent weniger Menschen als 2000. Erst Mitte kommenden Jahres könnte wieder mit einem signifikanten Anstieg der Passagierzahlen gerechnet werden, hieß es vom Konzern dazu. Nach Worten von Lufthansa-Chef Weber hat sich die Auslastung der Flugzeuge mittlerweile aber fast wieder auf Vorjahresniveau eingependelt. Grund sind vor allem die erheblichen Kapazitätskürzungen der Lufthansa durch Streichung von Flügen und Verbindungen.

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