Iran-Krieg
Flug-Drehkreuz Naher Osten – nichts dreht sich mehr am Persischen Golf

Dubai Flughafen Iran Krieg
Der Dubai Airport, weltweit die Nummer eins bei der Zahl von Fluggästen, hat wegen der Angriffe auf den Iran den Luftverkehr eingestellt
© Markus Mainka / Imago Images
Nicht nur Dubai und Katar – nahezu der gesamte Nahe Osten fällt wegen der Angriffe auf den Iran als Flug-Drehkreuz aus. 30.000 Deutsche sitzen am Persischen Golf fest. Und nun?

In Dubai hebt derzeit nichts mehr ab. Die Luftfahrtbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate hat den Luftraum über dem Emirat gesperrt. „Vorübergehend“, wie sie mitteilt. Alle Flüge am internationalen Flughafen DXB sowie am Al Maktoum Airport (DWC) sind deshalb bis auf Weiteres ausgesetzt.

Die Stimmung unter den Reisenden ist offenbar angespannt. „Am Dubai International Airport herrscht das blanke Chaos“, zitierte die „Bild“-Zeitung einen deutschen Urlauber. „Tausende Menschen versuchen, das Terminal zu verlassen. Es gibt keine Ausgänge, die Züge zwischen den Terminals sind defekt. Es gibt keine Ansagen, kein Personal.“

Eine Reisende aus Hamburg ist auf dem Rückflug von Malaysia mit der Airline Emirates am Samstagvormittag in Dubai gestrandet. Sie sei mit ihrem Mann in einem Hotel untergekommen, sagt die 46-Jährige der Nachrichtenagentur DPA. Die einzige Information bisher sei, dass es auch in den nächsten 24 Stunden nicht weitergehe.

Auch Reisende am anderen Ende der Welt, sitzen in ihren Urlaubsländern fest. So wurden etwa in Sydney Flüge der Fluggesellschaft Etihad Airways über Abu Dhabi gestrichen.

„Am Flughafen gab es erstmal lange Schlangen und keine Informationen“, sagt ein deutscher Reisender aus Sydney der DPA. „Dann wurden die Flüge gestrichen.“ Es sei unklar, wann Etihad wieder fliegen könne, hieß es demnach. Hotelgutscheine gab es zunächst nicht.

Angriffe auf Iran: 3400 Flüge im Nahen Osten gestrichen

Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden an sieben großen Flughäfen der Nahost-Region mehr als 3400 Flüge gestrichen – betroffen waren neben Dubai auch etwa Abu Dhabi und Doha. Die Lufthansa hat ihre Flüge von und nach Dubai gestrichen. Die Verbindungen nach Oman, Beirut und Tel Aviv fallen demnach bis zum 7. März aus. 

Das sind Ihre Rechte als Fluggast

Für Fluggäste gilt bei Flugausfall (auch bei Streiks) oder einer Verspätung von mehr als drei Stunden: Die Fluggesellschaft muss Reisenden eine alternative Beförderung zum Ziel anbieten. Oft werden sie automatisch auf einen anderen Flug umgebucht. Auch möglich: das Flugticket in eine Bahnfahrkarte umzuwandeln

  • In jedem Fall sollten sich Fluggäste zunächst an ihre Fluggesellschaft wenden – die wird ihnen die nächsten Schritte erklären.
  • Wer einen Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht hat, sollte sich auch an den Reiseveranstalter wenden.
  • Sitzen Passagiere länger am Flughafen fest, müssen Fluggesellschaften Betreuungsleistungen erbringen, etwa in Form von Gastronomiegutscheinen für Getränke und Snacks vor Ort. Gegebenenfalls müssen die Airlines auch eine Hotelübernachtung organisieren.
  • Ab fünf Stunden Wartezeit und länger können Passagiere ihren Flugpreis zurückverlangen. Heben Sie Quittungen Ihrer Ausgaben auf. Die Betreuungsleistungen müssen Ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Sollte dies trotz Nachfrage nicht geschehen, können Sie diese anschließend der Fluggesellschaft in Rechnung stellen.

Weitere Informationen und Hilfe bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche:

Der Experte für Fluggastrechte und Reiserecht Ronald Schmid hat auf seiner Internetseite alle relevanten Informationen zum Thema zusammengefasst.

Die Airline hat angekündigt, dass betroffene Fluggäste kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder den Ticketpreis zurückerhalten können. Die Lufthansa bedauere die Unannehmlichkeiten, die Sicherheit für Passagiere und Crews habe für die Lufthansa Group aber oberste Priorität.

30.000 Deutsche von Flugausfällen betroffen

Nahezu der gesamte Luftverkehr in der Region ist stark eingeschränkt. Auch der Luftraum in Kuwait sowie in Teilen Syriens ist geschlossen. Das wichtige Flug-Drehkreuz zwischen Europa und Asien fällt damit aus. Der Reise-Branchenverband DRV schätzt, dass rund 30.000 Deutsche betroffen sind. Plus denjenigen, die in den von den iranischen Vergeltungsschlägen betroffenen Ländern wie Bahrain oder Katar leben.

AA-Reisewarnung für den Nahen Osten

Das Auswärtige Amt verschärft seine Sicherheitshinweise für den Nahen Osten. Eine Reisewarnung gibt es demnach für Bahrain, Irak (bisher Teilreisewarnung), Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Für den Iran gilt seit Herbst 2022 eine Reisewarnung mit Ausreiseaufforderung. Die jeweiligen deutschen Auslandsvertretungen stünden in Kontakt mit den deutschen Staatsangehörigen vor Ort, heißt es bei dem Ministerium. Es habe zudem Maßnahmen zum Schutz der entsandten Mitarbeiter getroffen.

Neben dem Flugverkehr gibt es auch Probleme beim Schiffsverkehr in der Golfregion. Diverse Kreuzfahrtschiffe hängen im Persischen Golf fest, darunter zwei Boote des deutschen Anbieters Tui Cruises: die „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“. Lesen Sie hier mehr dazu.

  • Sollten gebuchte Reisen aufgrund der Situation nicht durchgeführt werden können, werden Gäste, die ihre gebuchte Reise noch nicht angetreten haben, aktiv informiert. Sie haben die Möglichkeit, kostenfrei auf ein anderes Zielgebiet oder einen anderen Zeitraum umzubuchen. Im Fall einer Stornierung erhalten sie bereits gezahlte Gelder zurück.
  • Sollten vorzeitige Rückreisen aus den Zielgebieten notwendig sein, kümmern sich die Reiseveranstalter mit ihren Teams vor Ort um ihre Gäste, organisieren Transfers und Flüge zurück nach Deutschland – wenn erforderlich auch über andere Länder.
  • Gäste, die eine in den nächsten Tagen beginnende Reise in die Region geplant haben, sollten sich mit ihrem Reiseveranstalter in Verbindung setzen. Die Sicherheit der Gäste hat in jedem Fall oberste Priorität. Reiseveranstalter prüfen fortlaufend die offiziellen Reisehinweise, stehen in engem Kontakt mit ihren Partnern vor Ort und passen ihre Programme bei Bedarf an.
nik / mit DPA/AFP

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