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Luftverkehr: Delta und Northwest beantragen Insolvenz

Die US-Luftfahrtindustrie steckt tief in der Krise: Mit Delta Air Lines und Northwest Airlines haben jetzt zwei der größten US-Fluggesellschaften Konkursanträge gestellt.

Die Delta Air Lines und die Northwest Airlines, die dritt- und die viertgrößte US-Fluggesellschaft, haben am Mittwochabend nach Börsenschluss in einem New Yorker Gericht jeweils Insolvenzanträge gestellt. Sie werden während der Insolvenzverfahren weiter fliegen, versicherten beide Airlines. Sie begründeten den Gang zum Insolvenzrichter jeweils mit den drastisch gestiegenen Flugbenzinpreisen und nicht wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen. Dadurch konnten sie mit Billigfluglinien wie Southwest und JetBlue nicht mehr mithalten, die inzwischen ein Drittel des gesamten amerikanischen Flugverkehrs an sich gerissen haben.

Dramatische Talfahrt

Delta und Northwest beantragten ihre Insolvenzverfahren im Rahmen des Kapitel Elf des US-Insolvenzrechts. Dies erlaubt es US-Unternehmen, unter gerichtlicher Aufsicht weiter zu operieren und eine Sanierung zu versuchen.

Jetzt befinden sich insgesamt vier der sieben größten amerikanischen Fluggesellschaften beim Insolvenzrichter. Die United Airlines und die US Airways, die Nummer zwei und die sechstgrößte amerikanische Fluggesellschaft, fliegen bereits seit geraumer Zeit unter Aufsicht von Insolvenzgerichten. Die dramatische Talfahrt der großen traditionellen und mehrerer kleinerer US-Airlines hatte sich seit den Terrorattacken vom elften September 2001 beschleunigt.

Stellenabbau und Lohnkürzungen

Delta mit Sitz in Atlanta hat sich unter Federführung der General Electric-Sparte GE Commercial Finance und der Investmentbank Morgan Stanley 1,7 Milliarden Dollar an neuen Kreditzusagen besorgt. Mit American Express habe man eine Grundsatzvereinbarung über eine gesicherte Zusatzfinanzierung von 350 Millionen Dollar getroffen. Delta habe somit bis zu 2,05 Milliarden Dollar Finanzmittel verfügbar gegenüber einer vorherigen Kreditfazilität von 1,07 Milliarden Dollar.

Konzernchef Gerald Grinstein betonte, Delta werde während der gesamten Reorganisation seine "normalen Operationen weiter betreiben". Der Delta-Verwaltungsrat hatte entschieden, dass das Insolvenzverfahren im besten langfristigen Interesse der Gesellschaft, der Mitarbeiter, Kunden, Gläubiger und der Geschäftspartner sei. Die Aktionäre gehen allerdings in der Regel bei Insolvenzverfahren völlig leer aus. Die Delta-Mitarbeiter müssen mit weiterem massiven Stellenabbau sowie hohen Lohn- und anderen Tarifkürzungen rechnen.

DPA / DPA