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Maul- und Klauenseuche: Sabotage nicht ausgeschlossen

Mit "großer Wahrscheinlichkeit" stammt der MKS-Erreger, der sie Seuche in Großbritannien hat ausbrechen lassen aus dem Labor der Forschungsfirma Merial Animal Health. Wie er nach draußen gelangen konnte ist unklar, aber Sabotage wird nicht ausgeschlossen.

In Großbritannien werden heute weitere Ergebnisse über den jüngsten Fall der Maul- und Klauenseuche erwartet. Nach bisherigen Erkenntnissen ist der Erreger mit "großer Wahrscheinlichkeit" aus einem Labor entwichen. Eine absichtliche Verbreitung des Virus durch Labormitarbeiter könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es jetzt bei der Bekanntgabe von Zwischenergebnissen einer unabhängigen Untersuchung im britischen Agrarministerium. Premierminister Gordon Brown sagte, die Regierung unternehme größte Anstrengungen, um die Seuche einzudämmen und den Erreger auszurotten.

Nach Ansicht der Experten komme auch eine versehentliche Übertragung des Virus auf bislang zwei Farmen infrage. Insgesamt deute viel mehr auf eine Verbreitung durch Menschen hin als durch technisches Versagen, hieß es in dem umfangreichen Zwischenbericht. Unklar blieb zunächst, aus welcher der beiden in Frage kommenden Einrichtungen in der Ortschaft Pirbright bei London das Virus kommt. Das dortige Gelände teilen sich ein staatliches Forschungsinstitut und ein Labor der privaten US-Firma Merial Animal Health, in dem tiermedizinische Impfstoffe hergestellt werden - darunter gegen die Maul- und Klauenseuche.

Das MKS-Virus war kürzlich auf einer zweiten Farm in der unmittelbaren Nachbarschaft der Labors bestätigt worden. Der erste Ausbruch war am Freitag gemeldet worden. Alle rund 220 Tiere beider Viehzuchtbetriebe wurden inzwischen getötet. Die EU hatte daraufhin ein Exportverbot für Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen sowie Fleisch aus Großbritannien verhängt.

DPA / DPA