HOME

"Die leisten nicht genug": Schwarze McDonald's-Mitarbeiterin aus Dienstplan gestrichen

Ein Manager bei McDonald's in Birmingham hat einer schwarzen jungen Frau keine Schichten mehr zugeteilt. Seine Begründung: Sie und ihre afro-britischen Kollegen würden nicht so hart arbeiten. Das Unternehmen regierte sofort. 

McDonald's Mitarbeiter diskriminiert

Ein Manager in Birmingham hat systematisch schwarze Mitarbeiter aus dem Dienstplan gestrichen - sie würden nicht genug leisten. 

Divine Tenn ist 18 Jahre alt und wollte Geld für die Uni sparen. Doch im Juli bemerkten sie und einige Mitarbeiter, dass sie seltener für die Arbeit eingeteilt wurden. Weniger Stunden bedeutet auch automatisch weniger Gehalt. Darum sprach Tenn den Manager an. Der entgegnete angeblich: "Die schwarzen Mitarbeiter können keine Schichten mehr machen - die leisten nicht genug." Davon war nicht nur Tenn betroffen, die seit 2014 in dieser McDonald's Filiale arbeitet - auch 20 ihrer Mitarbeiter wurden systematisch vom Schichtplan ausgeschlossen. Wie die britische Tageszeitung "The Independent" berichtet, wurde der Manager inzwischen gefeuert. Tenn hatte direkt nach dem Vorfall aus Protest gekündigt. 

McDonald's distanziert sich von dem Manager

In einem Statement an die Tageszeitung macht McDonald's klar, dass solche Praktiken nicht der Firmenpolitik entsprächen: "Wir haben diesen Vorfall sehr ernst genommen und eine Untersuchung eingeleitet." Man würde die betroffenen Mitarbeiter selbstverständlich unterstützen. "McDonalds ist ein offener Arbeitgeber und jede Form von Diskriminierung unserer Mitarbeiter wird nicht geduldet", heißt es in dem Statement weiter. 

Wenn nur der weiße Kollege den Bonus bekommt

Erst vor kurzem erklärte eine ehemalige Google-Mitarbeiterin aus den USA auf Twitter, auch sie sei aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert worden. Erica Baker und einige ihrer Kollegen machten die Einkommensunterschiede bei Google durch eine Tabelle im firmeninternen Intranet öffentlich. Es begann als fixe Idee, doch die Mitarbeiter bei Google nahmen es sehr positiv auf und die Aktion gewann an Fahrt.

Im Rahmen des "Peer Bonus"-Systems (auf deutsch Kollegen-Bonus) wurde Baker mehrfach für Bonus-Zahlungen vorgeschlagen - doch ihr Chef willigte nicht ein. Stattdessen wurde Baker zu ihrer Vorgesetzten gerufen, die von der Aktion nicht begeistert war. Währenddessen bekam ein Kollege, der mit Baker an dem Projekt gearbeitet hat, seine "Peer Bonuses". Besagter Kollege war weiß. Das Nachrichtenportal "Business Insider" hat alle Tweets von Baker zusammen gestellt. 

Klage gegen Discobetreiber

Auch in Deutschland ist Alltagsrassismus und Diskriminierung ein großes Problem, doch wird selten so ausgesprochen wie von dem Manager der McDonald's-Filiale. So, wie im Fall von Hamada Dipana, der gebürtig aus Burkina Faso stammt und Mitglied des Münchner Ausländerbeirats ist. Er verklagte Diskothekenbetreiber, die ihn an der Tür abgewiesen haben und er dahinter Diskriminierung aufgrund seiner Hautfarbe vermutet. Zwei der Fälle hat Dipana bereits gewonnen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, bei dreien kam es zu einem Vergleich. Im Juli hat er das erste Mal gegen einen Betreiber verloren.  


law