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"Merch by Amazon": Dieser 24-Jährige verdient mit T-Shirts 150.000 Dollar im Jahr

Vor fünf Jahren arbeitete Neil Lassen noch als Aushilfe im Supermarkt. Heute verdient er mit bedruckten T-Shirts auf Amazon 150.000 Dollar im Jahr. Dabei kann er noch nicht mal gut designen.

Online-Marketing-Experte Neil Lassen

Online-Marketing-Experte Neil Lassen

Um T-Shirt-Unternehmer zu werden, braucht man heutzutage weder Produktionsstätten noch Lagerhallen. Auf Seiten wie Spreadshirt, Teespring oder CafePress kann jeder seine selbst gebastelten Designs hochladen und an den Verkäufen mitverdienen. Die Plattformen übernehmen Produktion, Versand und den gesamten Kundenservice und behalten dafür ihren Anteil am Gewinn.

Seitdem auch Amazon bei den Print-on-demand-Shirts mitmischt, eröffnen sich cleveren T-Shirt-Machern nochmal ganz neue Möglichkeiten. Ursprünglich richtete sich der im September 2015 gestartete Service "Merch by Amazon" an Spieleentwickler, die Fan-Shirts zu ihren Games auf den Markt werfen wollten. Das Schaufenster Amazon nutzen mittlerweile aber auch geschickte Online-Marketing-Profis wie Neil Lassen.

Vom "World of Warcraft"-Nerd zum T-Shirt-Unternehmer

Mit 19 jobbte der Junge aus Wisconsin noch im Supermarkt und verzockte die Nächte mit World of Warcraft, wie Lassen in seinem Blog "Passive Marketing" schreibt. Dann entdeckte er, dass man mit selbstgebastelten Webseiten und guter Suchmaschinenoptimierung gutes Geld verdienen kann. Lassen kündigte den Supermarktjob und tauchte in die Welt des Onlinemarketings ein. 

Startseite von Merch by Amazon

Startseite von Merch by Amazon

Als "Merch by Amazon" startete, erkannte er seine Chance, mit T-Shirts das große Geld zu verdienen. Lassens Methode ist simpel: Er durchsucht Amazon nach Shirts mit gutem Bestseller-Ranking und verbesserungswürdigen Designs. "Alles was wir tun mussten, war, etwas zu finden, was sich gut verkauft und dann das Design zu verbessern", schreibt Lassen bei "Reddit". Man müsse lediglich darauf achten, keine Copyrights zu verletzen, sagt Lassen. Disney-Figuren etwa seien eine schlechte Idee.

Zuarbeiter auf den Philippinen

Da er selbst kein Design-Profi ist, engagiert Lassen für die gestalterische Arbeit günstige Freelancer auf den Philippinen. Er selbst kümmert sich mit seinem bulgarischen Partner Todor Karlikov um die Optimierung der Angebote für die Amazon-Suche, sodass sie möglichst weit vorne angezeigt werden. Da sie damit erfolgreich sind, müssen sie auch kein Geld für Facebook-Anzeigen ausgeben, so wie das viele andere T-Shirt-Designer tun, um Kunden auf ihre Angebote zu ziehen.

Zehn Fakten zum Unternehmen: Wie viel kostet eigentlich das komplette Sortiment von Amazon?


Verkauft sich ein Shirt für 16 Dollar, erhält Lassen davon vier Dollar, bei einem 20-Dollar-Shirt sind es 8 Dollar. Den Rest behält Amazon. Vier Dollar sind nicht viel, aber wenn das T-Shirt-Design einmal online ist, muss Lassen auch nicht mehr viel tun. In einer Woche verkauft er rund 500 Shirts, sodass rund 2000 Dollar bei ihm hängen bleiben. Für eine ordentliche Extra-Einnahme sorgte der Verkauf einer seiner Amazon-Merch-Accounts, der ihm nach eigenen Angaben 73.000 Dollar einbrachte. Inklusive dieses Einmal-Erlöses habe ihm das T-Shirt-Geschäft auf Amazon innerhalb eines Jahres 150.000 Dollar eingebracht, schreibt Lassen. Über Lassens Business-Erfolg berichteten CNBC ebenso wie das deutsche Portal "Online Marketing Rockstars".

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