Milliarden-Investition AMD baut in Dresden aus


Die Geschäfte laufen gut, deswegen will der US-Chiphersteller AMD kräftig investieren und Arbeitsplätze schaffen - vor allem in Deutschland.

Der US-Chiphersteller AMD investiert 2,5 Milliarden Dollar in seine Dresdner Chipfabriken. Damit soll die Produktion von 300-Millimeter-Siliziumscheiben erweitert werden, teilte das Unternehmen am Montag in Dresden mit. Die Investitionen umfassen drei konkrete Projekte. Aus der bisherigen Anlage FAB 30 soll durch Umrüstung ein neues Halbleiterwerk mit der Bezeichnung FAB 38 entstehen. Zum Zweiten will Advanced Micro Devices (AMD) die Kapazitäten in der im Herbst 2005 geöffneten FAB 36 ausbauen. Zudem ist ein neues Reinraumgebäude auf dem Firmengelände vorgesehen.

AMD ist auf dem Prozessormarkt direkter Konkurrent zum Branchenprimus Intel. Bei Firmen liefern sich seit Jahren einen knallharten Kampf um günstigere und gleichzeitig schnellere Prozessoren. Während Intel weltweit Chipfabrilken betreibt, kommen die AMD-Prozessoren wie die Modelle Athlon und Opteron fast komplett aus dem Werk in Dresden. Damit zählt AMD zu den größten ausländischen Investoren in Deutschland.

Beginn des Aufbaus Ende 2007

"Weltweit steigt die Nachfrage nach AMD-Produkten", sagte Konzernchef Hector Ruiz. Nach den Plänen soll die FAB 38 Ende 2007 mit dem Aufbau der 300-Millimeter-Produktion beginnen und ein Jahr später die volle Aufbaustufe erreichen. Der überwiegende Teil der Investitionssumme fließt in die Geräteausrüstung. Alle drei Projekte versetzen den Dresdner Standort in die Lage, monatlich 45.000 Wafer mit einem Durchmesser von 300 Millimeter zu produzieren.

Die Größe der Wafer ist für die Chiphersteller bei der Preiskalkulation des Produktes entscheident. Aus den spiegelnden Scheiben werden die Prozessoren herausgeschnitten. Je größer die Scheibe desto mehr Prozessoren können in einem Arbeitsgang hergestellt werden.

Die Zahl der Beschäftigten soll sich den Angaben zufolge leicht erhöhen - um eine kleinere dreistellige Zahl. Derzeit beschäftigt AMD in Dresden rund 2800 Mitarbeiter. Etwa 7000 Jobs schaffte der Konzern mittelbar durch seine Investitionen in Sachsen.

Der Bund und das Land hatten AMD vor zehn Jahren mit erheblichen Zuschüssen für den Standort Dresden gewonnen. Bis kurz vor dem ersten Spatenstich zur Fab 30 soll die Entscheidung bei den Amerikanern noch in der Schwebe gewesen sein. Am Montag schwiegen sich alle Beteiligen darüber aus, wie hoch diesmal die Förderung der Großinvestition ausfiel. Nach Aussage von AMD-Geschäftsführer Hans Deppe steuert der Konzern den Löwenteil selbst bei. Gespräche mit der Europäischen Union über eine Förderung würden allerdings noch laufen, hieß es. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sagte lediglich, AMD könne mit einer Investitionszulage des Bundes rechnen.

DPA DPA

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