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Falsche Musik, andere Handlung Verbraucherschützer warnen vor Fake-Musicals

Musical-Abzocke: Verbraucherschützer warnen
Verbraucherschützer warnen vor Musical-Abzocke
© webking/gettyimages
Geworben wird mit Musical-Klassikern wie "Das Phantom der Oper" - doch die Zuschauer bekommen andere Musik und Geschichten präsentiert. Dahinter steckt ganz klar Abzocke, warnen Verbraucherschützer. So schützen Sie sich dagegen.

Musical-Klassiker wie "Das Phantom der Oper" oder "Les Misérables" sind beliebt. Daher gastieren diese Produktionen auch quer durch die Republik - und ziehen Zuschauer an. Doch diese Beliebtheit der bekannten Geschichten und Songs wird offenbar ausgenutzt, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen berichtet. Denn Veranstalter bewerben Musical-Tourneen mit den großen Namen - doch die Zuschauer bekommen eigenwillige Kreationen mit anderer Musik und Handlung präsentiert.

Schon seit Jahren beschweren sich enttäuschte Zuschauer bei den Verbraucherzentralen in ganz Deutschland. Ob nun in Bremen, Hamburg, Nürnberg, Stuttgart oder Essen - die Masche ist stets die gleiche. Im Internet und auf Plakaten wird für ein Musical geworben. So finden Kunden auf der Internetseite "dasphantomderoper.de" Infos und Tickets zur "großen Originalproduktion". Allerdings von Arndt Gerber - und nicht von Andrew Lloyd Webber, der für das Original des Stückes verantwortlich ist. Statt der bekannten Melodien und Geschichte, servieren die Macher etwas ganz anders. "Es wurde kein einziges Lied von dem eigentlichen Musical gespielt. Inhalte des Original-Musicals wurden weggelassen, andere dazu gedichtet. Die Darsteller waren teilweise grenzwertig", beschwert sich ein Zuschauer bei der Verbraucherzentrale. Die Tickets kosten bis zu 90 Euro. Wer Karten für die Schummel-Variante vom "Phantom der Oper" in Freiburg kaufen möchte, legt bis zu 72 Euro auf den Tisch.

Musical-Veranstalter schließt Rückerstattung aus

Hinter dieser Masche verbergen sich verschiedene GmbHs, so die Verbraucherzentrale. Aktuell wird beispielsweise von dem Konzertveranstalter Highlight Concerts eine abgewandelte Form von "Les Miserables" gezeigt - mit verändertem Inhalt und ganz anderer Musik. Die Verbraucherzentrale aus Nordrhein-Westfalen fragte beim Veranstalter nach - und der kritisiert das Publikum: "Getäuscht fühlen sich nur solche Besucher, die ohne Interesse an Infos nur auf Grund des Titels automatisch von der bekannten Musicalversion ausgehen", sagt Ulrich Gerhartz von Highlight Concerts. Es gehöre ausdrücklich nicht zu den Aufgaben seiner Firma, "jeden Irrtum, jedes Wunschdenken auszuschließen, sondern korrekt und ausführlich zu informieren", sagte er der Verbraucherzentrale. Rückerstattungen gebe es nicht, so Gerhartz.

Der Glöckner von Notre Dame - in zwei Versionen

Der Rat der Verbraucherschutzzentralen: Recherchieren, um was für ein Stück es sich handelt. Dass das nicht immer ganz leicht ist, zeigt der Test der Verbraucherschützer: Ab Anfang April startet in Berlin das Disney-Musical "Der Glöckner von Notre Dame". Fast zeitgleich startet ASA Event GmbH ein gleichnamiges Musical, das auf Deutschland-Tournee geht. Die Verbraucherschützer riefen bei der Event-Firma an. Erst nach dreimaligem Nachfragen rückte die Mitarbeiterin mit der Sprache raus: Nein, es sei nicht das Disney-Musical.

kg

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