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Pilotprojekt: Bei Netto können Kunden jetzt an SB-Kassen bezahlen

Netto lässt Kunden die Waren selbst scannen und dann bezahlen. Die SB-Kassen sind als Test bereits in einigen Märkten installiert. Netto ist der erste Discounter, der das Prinzip in Deutschland testet. Doch nicht für alle Kunden sind die Kassen ratsam.

Netto Discounter testet SB-Kassen

Netto testet SB-Kassen

Der Discounter testet in einigen Märkten in Großstädten Selbstbedienungskassen. Anstatt eines Mitarbeiters können Kunden nun selbst die Ware scannen und im Anschluss bezahlen. Netto ist der erste Discounter in Deutschland, der dieses Konzept ausprobiert. Bislang handelt es sich um eine Testphase, bestätigt Netto gegenüber "Chip". Ob und wann das SB-Konzept flächendeckend in den knapp 4200 Filialen in Deutschland angeboten wird, ist unbekannt.

Um die Kunden auf die neuen SB-Kassen aufmerksam zu machen, hat Netto Plakate aufgestellt. "Keine Lust auf Warteschlage? Nutzen Sie unsere Express-Kassen", heißt es dort. Doch nicht immer ist die SB-Kasse wirklich schneller, fand erst kürzlich das EHI Retail Institute heraus. Die Zahl der Unternehmen, die auf SB-Kassen setzen, sei innerhalb von zwei Jahren um 65 Prozent gestiegen. Laut den Experten gab es Ende 2017 rund 488 Märkte, die auf das System setzten. Rund 3000 Kassen gebe für die SB-Kunden, knapp die Hälfte davon in Supermärkten wie Edeka, Rewe, Real oder Kaufland.

SB-Kassen bei Netto: Kürzere Wartezeit erhofft

 Die Hoffnung der Marktbetreiber: Die SB-Kassen sollen den Bezahlvorgang beschleunigen. Doch das klappt nur bedingt, denn ohne Betreuung geht beim Scannen und Bezahlen einiges schief. So muss der Kunde beispielsweise beim Möbelhaus Ikea, das schon länger auf SB-Kassen setzt, exakt den Strichcode treffen, sonst reagiert das Kassensystem nicht. Außerdem verleitet das Selbst-Scannen auch dazu, den ein oder anderen Artikel zu "übersehen". Daher gibt es in vielen Märkten Sicherheitspersonal, das den Bezahlvorgang kontrolliert. Immerhin: Wie das EHI Retail Institute herausfand, nutzen die Unternehmen die SB-Kassen nicht um Personal abzubauen. Ein besonders großer Vorteil sei die Platzersparnis. Wo sonst zwei normale Kassen stehen, können sechs SB-Kassen aufgebaut werden.

SB-Kasse und volle Einkaufswagen

Während die Vollsortiment-Supermärkte schon länger mit SB-Kassen experimentieren, tun sich Deutschlands damit schwer. Lidl hatte 2017 einen Test in Frankreich gestartet. Dort will der Discounter die Kassen sechs Monate ausprobieren und dann ein Fazit ziehen. 

Sowohl der Test von Lidl in Frankreich als auch der Vorstoß von Netto zielt auf Kunden ab, die wenige Artikel einkaufen. Wer einen vollen Einkaufswagen selbst einscannt, ist deutlich langsamer als das Kassenpersonal - und verbringt somit noch mehr Zeit an der Kasse. 

kg