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Nigeria-Connection Nigerianische E-Mail-Betrüger gehen Interpol ins Netz


Es sind nigerianische Prinzen oder Geschäftsleute aus Asien, die dringend Hilfe benötigen, um Berge an Geld zu transferieren. Naivität und Geldgier machen die Betrügereien der Nigeria-Connection zu einem lukrativen Geschäft. Jetzt hat Interpol zugeschlagen.

Mal ist es eine Erbschaft, mal ein großes Hilfsprojekt - aber es geht immer um hohe Summen. Und der Schreibende braucht Hilfe. Von einer seriösen, zuverlässigen Person. Und ist der Adressat dann auch noch ein nigerianischer Prinz oder ein Geschäftsmann aus Vietnam, dann kann doch gar nichts schief gehen. Oder wie?

Wer glaubt, dass es den E-Mail-Betrug der sogenannten Nigeria-Connection erst seit der Erfindung des Internets gibt, irrt. Ganz ähnliche Betrügereien gab es schon per Post und Fax. Doch offenbar lohnt sich das Geschäft mit an den Haaren herbeigezogenen Geschichten um reiche, tote Verwandte, komplizierte Transaktionen oder sogar verschollene Brüder im All immer noch.

Doch nun ist Interpol ein gezielter Schlag gegen die Betrüger gelungen. Nigerias Behörden haben einen Mann festgenommen, der mit E-Mail-Betrug im großen Stil Hunderte Opfer um ihr Geld gebracht haben soll. Der 40-Jährige wird verdächtigt, Kopf einer internationalen Betrügerbande zu sein, die umgerechnet mehr als 54 Millionen Euro ergaunert haben soll. Dies teilten die internationale Polizeibehörde Interpol und die nigerianische Kommission für Wirtschaftskriminalität EFCC am Montag mit. Wie die "FAZ" berichtet, soll die Betrüger-Truppe in mindestens acht Ländern, darunter Südamerika, USA und Malaysia, aktiv sein und aus bis zu 40 Personen bestehen. 

Die fiese Masche der Nigeria-Connection

Die Masche der Betrüger lief immer sehr ähnlich ab: Ein ehemaliger Staatsmann/ Geschäftsmann/ ranghohes Tier muss Geld ins Ausland schaffen. Dabei handelt es sich immer um zweistellige Millionenbeträge in Dollar. Doch leider kann diese Person nie selbst ein Konto eröffnen, das soll derjenige machen, an den die E-Mail geht. Bis dahin ist noch nichts Schlimmes passiert. Doch irgendwann soll man Steuern, Gebühren oder irgendwelche Unkosten übernehmen. Zunächst sind es nur kleine Summen, die aber schnell ansteigen - bis der Geleimte aufgibt. Klar ist: Das Geld ist weg. Naivität und Geldgier machen den Betrügern das Handwerk sehr leicht.

Betrugsopfer wohnen in den USA, Südafrika und Australien

Die nun gefasste Bande konzentrierte sich vor allem auf kleine und mittlere Betriebe, unter anderem in den USA, Australien, Südafrika, Thailand und Rumänien, deren Mail-Server sie infiltrierten und so gefälschte Zahlungsaufforderungen verschickten. Ein Opfer habe den Betrügern knapp 14 Millionen Euro überwiesen. Dem Festgenommenen wird auch Geldwäsche zur Last gelegt.

Allerdings berichtet die "FAZ", dass die festgenommen Männer inzwischen wieder auf freiem Fuß sind - eine großzügige Kaution macht's möglich. "Wer also bald ein Hilfegesuch eines vorgeblichen nigerianischen Adligen im Postfach hat, der seine Verfolgung durch Interpol beklagt, sollte jetzt erst recht gewarnt sein", schreibt die "FAZ".

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