HOME

Nigeria-Connection: Frau überweist Betrügern 350.000 Euro

Eine Österreicherin ist auf eine der ältesten Betrugsmaschen im Internet hereingefallen und hat der berüchtigten Nigeria-Connection 350.000 Euro überwiesen. Rekord! Dabei war der Text der Lock-E-Mail wieder einmal völlig absurd.

Für 350.00 Euro muss eine alte Frau lange stricken

Für 350.00 Euro muss eine alte Frau lange stricken

Eine Salzburger Geschäftsfrau ist auf die so genannte Nigeria-Connection reingefallen und hat 350.000 Euro an unbekannte Kriminelle überwiesen. Wie der ORF berichtet, wurde der Salzburgerin in der E-Mail ein Anteil von 40 Prozent an einer Erbschaft in Höhe von sechs Millionen US-Dollar versprochen. Sie müsse "nur" Notar, Anwaltskosten und Steuer vorfinanzieren und die Spesen im Voraus bezahlen. Die Geschäftsfrau glaubte dem dubiosen Angebot und bezahlte die Forderungen. Die Betrüger brachen danach den Kontakt mit ihr ab.

"Um die 350.000 Euro zahlen zu können, hat die Frau aus der Firma Geld entnommen, eine Münzsammlung verkauft und Bausparverträge aufgelöst", sagte Oberst Josef Holzberger vom Salzburger Landeskriminalamt der österreichischen Presseagentur APA. Hinter den Machenschaften stünden vorwiegend Nigerianer, deshalb werde das kriminelle Netzwerk auch "Nigeria-Connection" genannt. Solche Massen-Mails würden weltweit zu Tausenden verschickt. Die Absender ließen sich die geforderten Summen auf Bankverbindungen verstreut über alle Kontinente überweisen. Einen ähnlichen Fall wie in Salzburg gebe es auch in Tirol, so der Kriminalbeamte.

Dass immer noch Menschen auf diese Masche hereinfallen, verblüfft auch die Polizei. Zumal die Texte der Mails in schlechtem Deutsch oder Englisch verfasst sind. Die APA zitiert: "Trauriges morgens empfing ich nicht Ihre Antwort", lautete der Einleitungssatz der Mail des vorliegenden Falles. In den folgenden Sätzen schrieb ein angeblicher Mitarbeiter eines "Finanzhauses in den Niederlanden", dass ein verstorbener Kunde ein Konto mit sechs Millionen US Dollar hinterlassen habe, aber keine Begünstigten da seien. "Wegen unseren Finanzhausvorschriften kann nur ein Ausländer als nächster Verwandten stehen und deshalb habe ich mich entschlossen Sie zu kontaktieren, um mit Ihnen zusammen zu arbeiten um diese untätigen Fonds zu reaktivieren. ... Was ich von Ihnen verlange ist als nächster Verwandter des Verstorbenen zu stehen ...", erklärte ein gewisser Herr Steve Morgan.

Auf der Website der österreichischen Zeitung "Der Standard" häufen sich spöttische Kommentare zu der gutgläubigen Salzburgerin. Ein Nutzer schreibt: "Der bisherige Rekord lag bei 400.000 Dollar [von einer Frau in den USA, d. Red], das wären schlappe 300.000 Euro. Wir sind Weltmeister!"

san
Themen in diesem Artikel