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OECD-Studie: Deutsche zahlen etwas weniger Steuern und Abgaben

In Deutschland gibt es eine ganz leichte Entlastung bei Steuern und Abgaben. Doch die Bundesbürger liegen im internationalen Vergleich immer noch in der Spitzengruppe.

Die Steuer- und Abgabenlast der Deutschen ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. Allerdings ist ihre Belastung im internationalen Vergleich immer noch mit am höchsten. Noch mehr müssen nach einer OECD-Studie vor allem die Belgier zahlen. Aber auch Frankreich liegt - außer bei Alleinstehenden und kinderlosen Ehepaaren - noch vor Deutschland.

Wie die Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Freitag berichtete, wurde 2013 in Deutschland ein unverheirateter Angestellter ohne Kind und mit durchschnittlichem Verdienst durch diesen sogenannten Steuerkeil mit 49,3 Prozent belastet. Im Jahr davor waren es noch 49,6 Prozent. Dies geht aus einer OECD-Studie hervor, die im Mai komplett veröffentlicht wird.

Auch bei den anderen Familienkonstellationen - etwa Alleinerziehende, Ehepaare mit zwei Kindern, Ehepaare ohne Kinder - sei diese Belastung etwas gesunken. Am meisten sanken demnach die Steuern und Abgaben für Doppelverdiener-Ehepaare ohne Kinder. Ihr sogenannter Steuerkeil lag bei 45,1 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte unter dem von 2012.

Slowaken, Portugiesen und US-Amerikaner müssen deutlich mehr abgeben

Auch in der Schweiz ging der Anteil von Steuern und Abgaben in diesem Zeitraum etwas zurück. Die Belastung von Arbeitseinkommen liegt in der Schweiz traditionell deutlich unter dem OECD-Mittel. Dagegen erhöhte sich in Österreich der Steuerkeil wie bereits im Jahr zuvor bei allen zur Berechnung herangezogenen Familientypen.

Insgesamt erhöhte sich demnach die Steuer- und Abgabenlast im vergangenen Jahr in 21 von 34 OECD-Ländern. Am stärksten fielen die Steigerungen in Portugal, der Slowakei und den USA aus. Allerdings liegen in den Vereinigten Staaten Steuern und Abgaben traditionell deutlich unter dem OECD-Durchschnitt.

Griechenland lag bei Alleinstehenden deutlich unter dem Steuerkeil Deutschlands. Die Steuern und Abgaben für Ehepaare mit zwei Kindern lagen in Griechenland dagegen zum Teil deutlich über dem deutschen Wert. Die Iren zahlten durchweg erheblich weniger Steuern und Abgaben als die Deutschen.

Für den Vergleich wird von der OECD der durchschnittliche Jahresbruttoverdienst eines Vollzeitarbeitnehmers in der Privatwirtschaft herangezogen. Dieser stieg für Deutschland von 44.300 Euro 2012 auf 45.170 Euro 2013. In Österreich erhöhte sich dieser Betrag von 40.708 Euro auf 41.693 Euro. Die Schweizer verdienten 2012 im Schnitt 87.662 Franken (rund 72.000 Euro), im Jahr darauf lag dieses Jahresbrutto bei 88.161 Franken.

ono/DPA / DPA