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Ölpreis: Ein Rekord jagt den nächsten

Der schwache Dollar treibt den Ölpreis auf neue Rekordhöhen: Erst vor wenigen Tagen kostete ein Barrel 112,21 Dollar, nun mussten Händler 112,48 Dollar zahlen. Eine Entdeckung vor Brasilien könnte aber für Entspannung am Markt sorgen.

Der Ölpreis ist auf einen neuen Rekordwert von mehr als 112 Dollar geklettert. Im Computerhandel der New Yorker Rohstoffbörse kostete ein Barrel (159 Liter) amerikanisches Leichtöl mit Lieferziel Mai in Singapur zeitweise 112,48 Dollar. Der bisherige Rekordpreis, der am vergangenen Mittwoch in New York notiert wurde, lag bei 112,21 Dollar.

Einer der Gründe für den Preisanstieg ist der anhaltend schwache Dollarkurs. "Die Entwicklung spiegelt die Belastungen im Bank- und Kreditsektor wider", sagt der Analyst Victor Shum von Purvin & Gertz in Singapur. "Das hat zu weiteren Dollarverkäufen geführt. Damit tendieren Investoren weiter zu Öl und anderen Rohstoffen."

Für eine Entspannung des Ölpreises könnte die Entdeckung eines der größten Ölfelder der Welt sorgen. An der brasilianischen Atlantikküste seien Ölgesellschaften auf die vermutlich drittgrößte Quelle der Erde gestoßen, sagte der leitende Direktor der Nationalen Erdöl-Agentur des südamerikanischen Landes, Haroldo Lima. Das Feld "Carioca" im Becken Santos habe geschätzte Reserven von 33 Milliarden Barrel. Diese Informationen seien noch "inoffiziell", stammten aber von der staatlichen Ölgesellschaft Petrobras, versicherte er.

Lima sagte, es handele sich wohl um die "größte Entdeckung der Welt (im Ölsektor) der vergangenen 30 Jahre". Energieminister Edison Lobão meinte jedoch unterdessen, man müsse die offizielle Bekanntgabe abwarten. "Carioca" befindet sich den Angaben zufolge vor der Küste des Bundesstaates Rio de Janeiro in etwa 5000 Meter Tiefe unter Wasser und einer dicken Salzschicht. Es gehört zu 45 Prozent Petrobras, zu 30 Prozent British Gas und zu 25 Prozent der spanischen Repsol. In einem Kommuniqué teilte Petrobras mit, die genaue Größe des Feldes werde erst nach weiteren Studien in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden können. Petrobras-Techniker betonten, man könne noch nicht sagen, ob die Förderung rentabel sein würde.