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Patente von Elektroauto-Hersteller: Tesla teilt seine Technik mit der Öffentlichkeit

Die Elektroauto-Branche steckt immer noch in den Anfängen. Hersteller Tesla stellt deswegen seine Patente der Öffentlichkeit zur Verfügung - um Verbrennungsmotoren schnell den Garaus zu machen.

Der Elektroauto-Spezialist Tesla lässt alle Wettbewerber seine Technologien kostenlos nutzen. Damit solle die Verbreitung stromgetriebener Fahrzeuge beschleunigt werden, schrieb Tesla-Gründer Elon Musk in einem Blogeintrag. Tesla werde keine Klagen gegen Unternehmen anstrengen, die patentierte Technik der kalifornischen Firma nutzen wollen.

"Wir fühlten uns gezwungen, Patente zu beantragen, weil wir Sorge hatten, die großen Autokonzerne würden unsere Technologie kopieren und dann ihre Macht bei Produktion, Verkauf und Marketing nutzen, um Tesla zu besiegen", schrieb Musk. Aber das Geschäft mit Elektrofahrzeugen sei immer noch klein. "Unsere wahre Konkurrenz sind nicht die wenigen Elektroautos, die nicht von Tesla kommen, sondern die Flut der Wagen mit Verbrennungsmotor, die jeden Tag die Werke verlassen."

Tesla plant neue Modellreihen

Tesla ist ein Pionier im Geschäft mit komplett stromgetriebenen Autos und verkaufte zuletzt gut 20.000 Fahrzeuge im Jahr. Die Produktion soll demnächst ausgebaut werden und zum aktuellen Model S weitere Modellreihen hinzukommen. Zugleich baut das Unternehmen ein Netz von Schnellladestationen in den USA und in Europa auf. Musk ist ein milliardenschwerer Mitgründer des Bezahldienstes PayPal, der sich auch als Weltraumunternehmer versucht.

Der Autobauer BMW will in Zukunft enger Tesla zusammenarbeiten. Manager beider Unternehmen hätten sich am Mittwoch getroffen, erklärte BMW am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Diskutiert worden sei, wie die Entwicklung der Elektromobilität auf internationaler Ebene vorangetrieben werden könne.

E-Auto erhält starken Schub

Die Freigabe der Technologien des E-Auto-Herstellers Tesla könnte nach Ansicht von Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer dem Elektroauto aus seinem Nischendasein helfen. "Das System E-Auto kriegt dadurch einen starken Schub", sagte der Chef des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen am Freitag. Der US-Hersteller biete Fahrzeuge mit vergleichsweise hoher Reichweite und geringen Ladezeiten an.

Wettbewerber die Technologien kostenlos nutzen zu lassen, sei ein großer Schritt nach vorn für die Branche, betonte Dudenhöffer. Davon könne auch Tesla-Gründer Musk profitieren. "Andere Hersteller haben keine Chance mehr, die Technologie links liegen zu lassen."

amt/DPA/Reuters / DPA / Reuters
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