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Preiskampf bei Aldi & Co Jetzt wird auch die Wurst billiger


Erst waren es Eier, dann Butter und Fleisch. Nun senkt Aldi die Preise für Wurst - und die Konkurrenz zieht nach. Kritiker sprechen von einem "Dumping-Wettbewerb".

Der Preiskampf im deutschen Lebensmittelhandel verschärft sich: Discount-Marktführer Aldi hat die Preise für zahlreiche Wurstwaren gesenkt - vom Bratenaufschnitt über den Schwarzwälder Schinken bis zur Salami. Die Senkungen betragen zwischen 2,5 und 10 Prozent. Mit Norma hat bereits der erste Rivale nachgezogen, dort sind nun zahlreiche Aufschnittsorten um 10 Cent pro Packung billiger. Beide Unternehmen nannten als Grund gesunkene Einkaufspreise. An Qualität oder Tierschutzstandards gebe es keine Abstriche, so Aldi.

Der schleswig-holsteinische Agrarminister Robert Habeck (Grüne) kritisierte die Maßnahmen: "Über Fleischwaren einen Dumping-wettbewerb zu führen, ist schlicht eine Schweinerei." Er forderte die Verbraucher auf, verantwortungsvoll zu handeln und diese Waren zu verschmähen. Die Discounter müssten aufhören, die Spirale immer weiter zu drehen, so der Minister. "Lockangebote, die den Bauern die Daumenschrauben anlegen und sie zwingen, Masse statt Klasse zu produzieren, zerstören alles, was politisch sinnvoll ist. Es heizt ein System an, in dem das Wohl des Tieres nachrangig ist, in dem auch durch Gesetzesverstöße auf Schlachthöfen Tieren unnötiges Leid zugefügt wird."

Der Präsident des schleswig-holsteinischen Bauernverbandes, Werner Schwarz, hatte den Preiskampf zuvor ebenfalls kritisiert. "Wir fragen uns jetzt schon, was macht der Lebensmitteleinzelhandel da", sagte Schwarz. Die Preissenkungen verstärkten den Druck auf die Erzeuger, billiger zu produzieren.

Kritik vom Konkurrenten Lidl

Aldi sorgt zurzeit mit immer neuen Rotstift-Aktionen dafür, dass die Preise im deutschen Lebensmittelhandel erstmals seit Jahren wieder auf breiter Front ins Rutschen geraten. Seit Januar hat der Discounter Schlag auf Schlag die Preise für Eier, Instant-Kaffee, Frühstücks-Cerealien, Wein, Fisch, Butter und Fleisch gesenkt und damit die Konkurrenz unter Druck gesetzt.

Die Maßnahmen haben Auswirkungen auf den gesamten Handel, denn viele Wettbewerber orientieren sich am Discount-Marktführer. Vor allem die Preissenkungen bei Rind- und Geflügelfleisch vor einer Woche stießen bei Tierschützern, aber auch bei Teilen des Handels auf Kritik. Der deutsche Tierschutzbund sprach von einer Dumping-Strategie, die auf dem Rücken der Tiere ausgetragen werde. Auch Konkurrent Lidl kritisierte aus Tierschutzgründen die Preissenkungen des Marktführers - ein für die Branche ungewöhnlicher Schritt.

Offensichtlich hat sich Aldi davon nicht beeindrucken lassen, wie die neue Preisrunde zeigt. Für den Marktführer ist es derzeit wichtig, Preissignale zu setzen, denn immer wieder sieht er sich durch die Konkurrenz herausgefordert. So unterboten Rivalen wie Lidl oder Rewe in den vergangenen Monaten immer wieder mit Sonderangeboten die Aldi-Dauerpreise und kratzen damit am Billig-Image des Unternehmens.

car/DPA DPA

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